Der April wartet wieder mit vielem Neuen (Triptykon, Airbourne, ...), Interessanten (Atrox, Djerv, ...) und unfassbar Zeitlosem (Death Angel, Testament, ...) auf. Die Highlights der kommenden Sendung sind ganz klar, die Bandvorstellung, in der wir euch September Murders aus dem schönen Harz präsentieren, gefolgt von Andreas' "Bay-Area-Thrash-Metal-Special" und im Anschluss der zweite und letzte Teil meines kleinen Norwegen Avantgarde Special.Playlist: (vorläufig)
01 Clutch - pure rock fury
02 Airbourne - born to kill
03 The Vision Bleak - i dined with the swans
04 Triptykon - a thousand lies
05 Disturbed - guarded
06 Primal Fear - angel in black
07 Faith No More - epic
08 Entombed - wolverine blues
09 Carcass - no love lost
10 Cannibal Corpse - staring through the eyes of the dead
11 September Murder - slavery of heartdisruption
12 September Murder - agony in flesh
13 Death Angel - evil priest
14 Exodus - a lesson in violence
15 Testament - the preacher
16 Metallica - battery
17 Atrox - retroglazed
18 Vulture Industries - blood dont flow streamlined
19 The Konsortium - under the black flag
20 Djerv - headstone
21 Beatallica - i want to choke your band
01.Clutch - pure rock fury
Album: Pure Rock Fury
USA 2001
Berlin und Maryland (USA) liegen zwar tausende von Kilometern auseinander, aber irgendwie scheint trotzdem eine gewisse Vibe-Nähe zwischen diesen beiden Erdenflecken zu bestehen. Clutch klingen auf ihrem vierten Longplayer Pure Rock Fury nämlich verdächtig nach den großartigen Hauptstadt-Rockern Pothead. Die straffen, luftigen Arrangements, der treibende, immer leicht psychedelische Groove-Rock-Stil (der Albumtitel ist bis zum letzten Buchstaben Programm), allen voran aber die sonore Stimme von Neil Fallon erinnern fatal an das Berliner Dope-Trio. Von dessen kompositorischer Großartigkeit ist man zwar einen kleinen Tick entfernt, dafür überzeugen Clutch aber mit nie zu langen Jam-Passagen und zumindest einer Handvoll genialer Songs. Da der Rest jedoch ebenfalls deutlich über Mittelmaß-Niveau liegt, sollten Freunde schweißtreibender, leicht vernebelter Power-Rock-Sounds hier mal ein Ohr riskieren. --Michael Rensen
02.Airbourne - born to killAlbum: No Guts No Glory
Australia 2010
Die australischen Senkrechtstarter beweisen eindrucksvoll, dass sie keine Eintagsfliege sind. Auch mit ihrem zweiten Album empfehlen sich Airbourne wieder nachdrücklich als AC/DC-Erben.Nach dem großartigen Debüt Runnin´ Wild lastete auf den Vollblutrockern ein enormer Druck. Das Album hatte das Quartett fast über Nacht weltbekannt gemacht, man tourte u.a. im Vorprogramm der Toten Hosen, die Rock´n´Roll-Welt hoffte auf eine neue Champions-League-Band mit Langzeitpotenzial. Und No Guts. No Glory. erfüllt problemlos sämtliche Erwartungen. Nach Runnin´ Wild war der Ideenfundus der Jungs noch lange nicht erschöpft, kompositorisch können es die neuen Songs jederzeit mit dem Material des Vorgängeralbums aufnehmen und erreichen in ihren besten Momenten sogar - Achtung, Gotteslästerung! - das Niveau der letzten AC/DC-Scheiben. Schnörkellose Hymnen wie der Opener "Born To Kill", das groovige "No Way But The Hard Way" oder das treibende "Raise The Flag" atmen so viel Angus-&-Malcolm-Flair, dass man fast glaubt, die falsche CD eingelegt zu haben, aber Airbourne klauen nie dreist bei ihren großen Vorbildern, sondern achten stets auf originelle Riffs und Melodiefolgen. In dieser bestechenden Form könnten sie tatsächlich eines Tages, wenn AC/DC in Rente gehen sollten, erhobenen Hauptes in die Fußstapfen der Hardrock-Legende treten. --Michael Rensen
03.The Vision Bleak - i dined with the swans
Album: Set Sail To Mystery
Germany 2010
Das Totenschiff sticht wieder in See!Nachdem die Kapitäne des Horrors, Schwadorf & Konstanz, mit “The Deathship Has A New Captain” das Kommando auf dem Leichenkahn THE VISION BLEAK erstmals übernahmen und furchtlos eine tiefe See aus Horror- und Schauergeschichten überwanden, wagte man sich in den Karpaten erstmals auf Landgang, durchquerte tiefe Wälder im Land der Untoten und der Wölfe und wanderte über den Orient bis ins Land der Araber, der Pharaonen und ihrer schaurigen Legenden.
Ihre vierte Reise treten die beiden gestandenen Seebären nun also wieder auf dem Schiff an, auf dem alles begann, und kreutzen durch eine aufgewühlte See voller Unheil und Gefahr. “Set Sail To Mystery” verbindet die Frische und das Draufgängertum des Erstlings mit der monumentalen und orchestralen Epic “Carpathia´s” und der metallischen Schwere und Heaviness des Vorgängers “The Wolves Go Hunt Their Prey”.
THE VISION BLEAK präsentieren sich einmal mehr auf einem beachtlichem künstlerischen Niveau, auch wenn die Barke in Sachen Songwriting langsam marginale Verschleißerscheinungen erkennen lässt. Die stürmische See und der ständige Kampf in der Welt der Schauerliteraten Poe, Lovecraft oder Stoker fordert ihren Tribut. Schwadorf & Konstanz haben Persönlichkeit und Können genug, um gegen Meuterei und Revolte auf ihrem Schiff gewappnet zu sein. Dennoch täten sie gut daran, den Kahn THE VISION BLEAK nach erfolgreich überstandenem Abenteuer “Set Sail To Mystery” einer Generalüberholung zu unterziehen, um der Unterwelt weiterhin die Stirn bieten zu können und um auf der nächsten Fahrt ins Ungewisse nicht überraschend Schiffbruch erleiden zu müssen.
Fazit: THE VISION BLEAK bündeln auf “Set Sail To Mystery” all ihre Stärken und präsentieren ein souveränes und dichtes Album auf konstant hohem Niveau, welches allerdings auf herausstechende Hits verzichten muss.
Darüber hinaus brilliert man mit einem außergewöhnlichen Artwork-Konzept, welches “Set Sail To Mystery” neben der “normalen” Jewel-Case-Version, einer limitierten 2-CD-Digipack-Version zusätzlich noch in einer 56 Seiten starken und auf 1000 Einheiten limitierten Hardcover-Kunstbuch-Edition (Format 28x28 cm) präsentieren wird.
Vorschau: http://www.lesdiscrets.com/flipbooks/tvb
Die limitierte zweite CD enthält neben einer zusätzlichen Aufnahme des regulären Albumsongs
“I Dined With The Sworns”, welche von Shining-Diva Niklas Kvaforth eingesungen wurde und einer Masters Hammer-Coverversion noch fünf klassisch arrangierte Instrumental-Versionen einiger Album-Tracks. --Jens (metal-glory.de)
04.Tryptikon - a thousand lies
Album: Eparistera Daimones
Switzerland 2010
Als sich CELTIC FROST 2008 auflösten, war dies eine wahrhafte Tragödie für die Black Metal-Welt. Und das nur zwei Jahre, nachdem die Schweizer mit “Monotheist” einen Bastard der schwärzesten Klangkunst erschaffen hatten, der die Menschheit noch lange verfolgen würde. Nun meldet sich Tom Warrior mit einem neuen Projekt zurück, an dem unter anderem auch V. Santura (DARK FORTRESS) mitwirkt. Die Spannung ist natürlich enorm, ob er mit TRIPTYKON das musikalische Erbe von CELTIC FROST weiter zu führen vermag.Und wie er dies tut. “Eparistera Daimones” setzt exakt an dem Punkt an, an dem “Monotheist” aufgehört hat. Der Opener “Goetia” und der folgende Track “Abyss Within My Soul” hüllen den Hörer sofort in tiefe, erdrückende Dunkelheit, fangen ihn für die folgende Stunde in ihr ein und nehmen ihm jede Hoffnung auf Erlösung. Langsame, druckvolle Riffs zermalmen alles, was sich ihnen in den Weg stellt, angsteinflößende Soli erzwingen Gänsehaut und eiskalte Schauer auf dem Rücken und ein böse growlender, schreiender und beschwörend murmelnder Tom G. Warrior steht machtvoll über seiner dunklen Schöpfung und wirft sie dem eingeschüchterten Hörer mit voller Kraft und vollkommen erhaben entgegen. “A Thousand Lies” bricht schließlich die fast unerträglich dichte und spannungsgeladene Atmosphäre geht mit schnellem, aggressivem Riffing zum Angriff über, erschreckt den immer noch gefangenen Hörer aber nur, um ihm bei “Descandant” die Gelegenheit zu bieten, den Schock zu überwinden. Im Stil der ersten Songs geht es bei “Myopic Empire” weiter, bis der Track nach der Hälfte völlig überraschend in einen reinen Klavierpart mit flüsternder Frauenstimme umschlägt, zu dem schließlich das Schlagzeug hinzutritt und der Song ebenso überraschend mit dem Anfangspart ausklingt. Die kurze unvorhergesehene Ankündigung im vorherigen Song findet nun bei “My Pain” seine Vollendung, einem atmosphärischen Klavierstück, das von sanftem, hauchendem Frauengesang begleitet wird.
Mit dem 20-minütigen “The Prolonging” beschließen TRIPTYKON “Eparistera Daimones” und entlassen den Hörer endlich in die Freiheit, die jedem nach dieser Erfahrung gleich viel heller und freundlicher erscheinen muss.
“Eparistera Daimones” ist unfraglich ein fetter Brocken Düsternis und über jeden Zweifel erhaben, die Hinterlassenschaft von CELTIC FROST würdig antreten zu können. Gleichzeitig findet sich trotzdem genug Raum, neuen Einflüssen den Zutritt zu gewähren und den Hörer positiv zu überraschen. Respekt! --metal.de
05.Disturbed - guardedAlbum: Ten Thousand Fists
USA 2005
Der Titeltrack des Debüts The Sickness läuft noch heute in jeder Rockdisco rauf und runter, der Zweitling Believe schoss seinerzeit direkt von null auf eins in die US-Charts - und Ten Thousand Fists ist das bis dato eindeutig beste Album der Modern-Metal-Protagonisten aus Chicago. Eine dermaßene Hitdichte ist beinahe schon unglaublich - Songs wie "10.000 Fists", "Just Stop", "Deify", "Stricken", "Overburdened" oder das Genesis-Cover (!) "Land Of Confusion" könnte man alle auskoppeln, Airplay wäre garantiert. Dazu gesellt sich mit "Son Of A Plunder" der beste Disturbed-Song überhaupt, der schlichtweg alles in den Schatten stellt, was in diesem Bereich in diesem Jahr erschienen ist. David Draiman hat sich zudem noch mal deutlich gesteigert und legt in seine Vocals nicht nur Kraft und Energie, sondern auch jede Menge Gefühl, und Dan Donegan ist eh einer der besten und punktgenauesten Gitarristen in seinem Bereich. Es wäre schön und mehr als gerecht, wenn Disturbed mit Ten Thousand Fists endlich auch in Deutschland der große Durchbruch gelingt - Crossover-Potenzial (auch in Richtung des echten Metal) ist sowieso vorhanden. --Boris Kaiser06.Primal Fear - angel in black
Album: Nuclear Fire
Germany 2001
Albumtitel und Cover-Artwork stellen gleich klar, wo's bei dieser Platte langgeht. Primal Fear sind ihrer straighten Linie absolut treu geblieben und verzichten auf Nuclear Fire konsequent auf Stiländerungen und Experimente. Stattdessen zimmern sich die süddeutschen Power-Metaller gewohnt gutklassig durch ein schnörkelloses, technisch einwandfrei inszeniertes Dutzend mehrheitsfähiger Dampfhammer-Songs. Die Drums geben mächtig laut Vollgas, an der Gitarrenfront werden wieder mal Riffs, Licks und Soli vom Allerfeinsten ausgepackt, und Sänger Ralf Scheepers beweist einmal mehr eindrucksvoll, warum er es fast geschafft hätte, die Nachfolge von Rob Halford bei Judas Priest anzutreten. Wer die alten Primal Fear-CDs mag oder voll auf Priests Meilenstein Painkiller abfährt, kann sich Nuclear Fire bedenkenlos zulegen. --Michael Rensen07.Faith No More - epic
Album: The Real Thing
USA 1999
Faith No More entziehen sich buchstäblich jeglicher Einordnung. Nahtlos vermischen sie auf The Real Thing Metal mit Rap-Elementen. Die Hitsingle "Epic" ist ein perfektes Beispiel dieser Stilmixe. Weitere Highlights sind das knallige "Surprise! You´re Dead!" und eine hervorragende Coverversion von Black Sabbaths "War Pigs". Exzellent: "Falling to Pieces", mit seinen Synthieflächen hochgradig funkig, und das sanfte, aber gespenstische "Zombie Eaters".Mit dem Sänger Mike Patton sicherte sich die Band einen talentierten Frontmann und begnadeten Texter. The Real Thing ist eines dieser Alben, die sich in keine Schablone pressen lassen, aber es ist erstaunlich gut und auf jeden Fall zugänglicher als sein Nachfolger Angel Dust. Für Faith No More-Einsteiger also die ideale Wahl. --Genevieve Williams
08.Entombed - wolverine blues
Album: Wolverine Blues
Sweden 1993
Entombed gehören zu den wenigen Bands, die es geschafft haben, in zwei ziemlich unterschiedlichen Genres absolute Hammeralben zu veröffentlichen. Ihr Debüt Left Hand Path ('90) gehört zu den feinsten Elaboraten schwedischer Death-Metal-Kunst, und das dritte Langeisen Wolverine Blues ('93) sorgt bei Freunden derber Rotzrock-Sounds für glänzende Augen.Ganz so weit auseinander liegen die beiden Alben allerdings gar nicht, denn Wolverine Blues wartet mit dem typischen, knarzigen Gitarrensound auf, der eigentlich nur aus der Hölle kommen kann, in Wahrheit aber auf dem Mist von Sahne-Producer Tomas Skogsberg gewachsen ist. Auch ein Teil der harten Riffs sind feinste Todesblei-Schule, waschechte Hits wie "Hollowman", "Evemaster", "Wolverine Blues" oder "Contempt" hingegen bekam man von den Stockholmern früher nicht serviert. Die Mischung aus brutaler Härte und schnoddrigen Melodien stimmt millimetergenau und wurde danach nur von wenigen Bands je wieder erreicht. --Michael Rensen
09.Carcass - no love lost
Album: Heartwork
Great Britain 1999
In ihren Anfangstagen zelebrierte die britische Formation Carcass extremsten Grindcore, der ausschließlich von einer kleinen, eingeschworenen Fangemeinde konsumiert wurde. Doch auf ihrem 1991 erschienenen dritten Longplayer Necroticism - Descanting The Insalubrious ließen die Jungs harmonischere Töne in ihren Sound einfließen. Der Höhepunkt dieser Entwicklung ist aber das vierte Album Heartwork, auf dem die Briten eine wundersame Vermischung ihrer Grindcore-Roots mit klassischen und melodiösen Heavy Metal-Fragmenten auf hohem technischen Level vollziehen.Heartwork ist eine durch und durch faszinierende Platte. Das fängt beim genialen Cover-Artwork des Schweizers H.R. Giger an, führt über die perfekte Produktion von Colin Richardson bis hin zu den vor Dynamik nur so strotzenden Songs, bei denen Carcass die konträrsten Stilmittel zu einer nie für möglichen gehaltenen Einheit verschmelzen. Da kann ein im Concorde-Tempo vorgetragener Grindcore-Part direkt in eine wohl tönende Melodic-Bridge übergehen, ohne daß dabei der rote Faden verlorengeht. Und der Titelsong ist eine richtige Hymne, auf die auch heute noch in zahlreichen TV-Werbetrailern zurückgegriffen wird. --Frank Albrecht
10.Cannibal Corpse - staring through the eyes of the dead
Album: Bleeding
USA 1996
Den besten Kommentar zum neuen CANNIBAL CORPSE-Album hat eigentlich Kollege Schäfer abgelassen - bis dato alles andere als ein Fan der Band: "Mein Gott, jetzt habe ich die Scheibe viermal gehört, und sie gefällt mir. ich kann's nicht fassen!" Woran mag es also liegen, daß die Mannen um Chris Barnes plötzlich Sympathisanten haben, mit denen sie nicht mal im Traum rechnen konnten? Prinzipiell hat sich nämlich nicht umwerfend viel bei den Kannibalen verändert. Es fällt allerhöchstens auf, daß das Quintett minimal die Geschwindigkeit gedrosselt hat, trotz allem aber natürlich immer noch schneller spielt als 95 Prozent der restlichen Metal-Bands. Auch Barnes' Gesang ist einen kleinen Tick angenehmer geworden, ohne daß er von seiner ursprünglichen Marschroute wesentlich abgewichen wäre. Es muß also an den zahlreichen Mörder-Riffs liegen. Was das betrifft, hatten CANNIBAL CORPSE zwar schon immer ein recht glückliches Händchen, aber von der Gitarrenarbeit her stellt "The Bleeding" zweifelsohne den Höhepunkt des bisherigen Schaffens der Band aus Buffalo dar. Jeder einzelne Akkord sitzt perfekt und verfehlt seine Wirkung nicht um einen Millimeter. Die dadurch geschaffene Intensität zieht den Zuhörer unweigerlich in ihren Bann und macht diese Scheibe zu einem Pflichtkauf für Freunde extremer Klänge. "The Bleeding" hat mehr mit Slayer als mit Napalm Death zu tun, und 'Stripped, Raped & Strangled' ist das beste Stück, das CC bisher geschrieben haben. Kult! --RockHard
11.September Murder - slavery of heartdisruption12.September Murder - agony in flesh
Album: Agony In Flesh
Germany 2009
Die schäumende Gischt, bringt es ans Licht. Zumindest habe ich so das Intro verstanden. Mit "Agony In Flesh" haben September Murder ein technisch sehr gutes und musikalisch ein grundehrliches Album abgeliefert. Ich weiß man sollte heutzutage mit den Lorbeeren etwas sparsamer umgehen, aber bei ihrem 2009er Output muss ich eine Ausnahme machen. Im Grunde genommen hat es mich nicht groß überrascht, haben sie doch schon mit ihrer 2007er EP "After Every Setting Sun" eine solide Basis geschaffen, auf der man einfach aufbauen musste. Das dies dann auch umgesetzt wurde beweist ihr Debut mehr als genug, denn die Band hat ihre Hausaufgaben gemacht, wie man so schön sagt. Ihr Songwriting ist ausgefeilter, das Zusammenspiel besser und beim Old School Faktor haben die Vier dann auch noch einmal ein ganzes Stück zugelegt.Man erfindet das Rad nicht neu, aber man macht es besser und verpasst ihm nebenbei noch ne schicke Felge.
Nach amerikanischem Vorbild und schwedischer Bauweise, wird dem geneigten Zuhörer ein Death Metal Brocken um die Ohren gehauen, der im Stil an alte Suffocation und At The Gates erinnert. Im Gegensatz zu dem, leider etwas eintönigen Hypocrisy-Äquivalent namens Fleshcrawl, kommt "Agony in Flesh" wesentlich belebter und abwechslungsreicher daher. Es macht schlichtweg Laune dem Silberling zu lauschen und es bestätigt sich auch gleich eine kleine Volksweisheit: "Früher war alles besser!". Zumindest was den Metal angeht. Ich habe ja nix gegen neue Einflüsse, aber beim derzeitigen Metalcoretrend tun solche Bands wie September Murder einfach gut und erinnern an die, bereits erwähnte, gute alte Zeit. Des Öfteren ertappe ich mich dabei, wie sich meiner Einer durch die Klassiker der Ende Achtziger bis Mitte Neunziger Jahre wühlt und die gefundenen Schätze frohlockend in den Player schmeißt.Aber das ist eine andere Geschichte. Um nochmal zum Eigentlichen zurück zukommen, das einzige Manko welches mir bei "Agony In Flesh" auffällt, ist die viel zu kurze Spielzeit, aber das ist ja ein Problem das sich mit dem Betätigen der Repeat-Funktion gut bewältigen lässt. Ich persönlich, wünsche der Band alles erdenklich Gute und vor allem, das sie in Zukunft weiterhin konstant gute Werke abliefern.
Fazit: "Agony In Flesh" will nicht mehr sein als es ist, nämlich ein verdammt gutes Death Metal Album. Und davon brauchen wir in letzter Zeit mehr denn je. --Tobias
Homepage: September Murder
Konzerte:
08.05. Hamburg
19.06. Ahnsbeck
26.06. Emden
12.08. Karlsruhe
10. & 11.09. Barleben
13.Death Angel - evil priestAlbum: The Ultra-Violence
USA 1987
Jeder Insider wird sich an das hervorragende 3-Track-Demo "Kill As One" der Kalifornier DEATH ANGEL erinnern. In diesen Wochen erwartet uns nun das Debütalbum der Band. Zwar haben wir momentan lediglich ein - wie immer - tausendfach kopiertes Advance-Tape zur Hand, aber eines darf schon jetzt als sicher bezeichnet werden: "The Ultra-Violence" gehört zu den Thrash-Höhepunkten des Jahres '87. Acht abwechslungsreiche, sehr gut produzierte Stücke enthält die LP, darunter auch die drei bekannten Demotracks 'Thrashers' - Opener und einer der Höhepunkte des Albums -, 'Kill As One' und 'The Ultra-Violence'. Die restlichen fünf Songs halten voll und ganz das, was schon das Demo versprach - schnelle Gitarrenläufe, viele Breaks, rasende Drums, Exodus-artige Vocals. DEATH ANGEL bieten zwar im Prinzip wenig Neues, aber was sie machen, machen sie mit Klasse und Niveau. "The Ultra-Violence" ist eine interessante LP, die sich jeder Thrasher bis zum Erbrechen anhören wird, eine 8,5 ist da bestimmt nicht zu hoch gegriffen. --RockHard14.Exodus - a lesson in violence
Album: Bonded By Blood
USA 1985
Blutrünstige und sinnlose Lyrics hin oder her: „Bonded By Blood“ ist ein absoluter Meilenstein extremer Musik und somit über jede Kritik erhaben. Zumal man darüber streiten kann, ob eine kaum zu toppende Textzeile wie „bang your head against the stage and Metal takes its price - bonded by blood“ nicht ganz große Lyrik ist, die EXODUS´ Ruf als kompromissloseste Band des Thrash-Genres begründete.Bereits vor Veröffentlichung dieses bahnbrechenden Debüts hatte es das Quintett aufgrund seiner explosiven Live-Shows und der Tatsache, dass mit Kirk Hammett der etatmäßige EXODUS-Gitarrist zu den Kollegen von Metallica wechselte, zu einiger Berühmtheit in Underground-Kreisen gebracht. In den Anfangstagen der sich weltweit formierenden Thrash-Bewegung sorgte diese Scheibe dann für den alles verändernden Urknall. In einem Affenzahn riffen sich Gary Holt und Rick Hunolt durch Hymnen wie ´Piranha´, ´Metal Command´ oder ´A Lesson In Violence´, und Frontsau Paul Baloff, ein völlig durchgeknallter Freak, kreischbrüllt sich dazu die Seele aus dem Leib. Zur wahren Perle avanciert das Soundinferno dann durch kleinere Feinheiten wie den psychopathischen Mitjohl-Chorus von ´And Then There Were None´ oder die Klassik-Einflüsse, die Hauptsongwriter Gary Holt sowohl in seine Soli als auch ins Intro zu ´No Love´ wie selbstverständlich einbringt.
Ähnlich wie Venom, Slayer und Metallica beeinflussten EXODUS mit „Bonded By Blood“ Tausende von Nachwuchsbands und haben sich schon alleine aufgrund ihrer legendären Gitarrenarbeit einen Ehrenplatz in der Metal-Historie verdient. --RockHard
15.Testament - the preacher
Album: The New Order
USA 1988
"The New Order" ist genau die LP geworden, die man von den fünf Bay Area-Boys erwarten konnte. Megaharte, präzise Riffs, gefühlvolle Akustikintros (die auf Dauer allerdings an Reiz verlieren), hervorragende Skolnick-Leads, kräftiger Gesang mit einem Funken Melodie. So weit, so gut. Schon die ersten Riffs des Opener 'Eerie Inhabitants' deuten an (irgendwie erinnert der Anfang fatal an 'Over The Wall'), daß TESTAMENT nicht gerade musikalisch neue Wege gehen. Ist "The New Order" also nur ein müder Abklatsch des Erstlings? Gute Frage. Meiner Meinung nach haben TESTAMENT noch einmal die Kurve gekriegt, Songs wie 'Trial By Fire' (knallhart, mit gutem, einfallsreichem Aufbau) oder das Break in 'Eerie Inhabitants' sowie das Intrumental 'Musical Death' (ruhige Nummer à la Yngwie) zeigen, daß man doch noch etwas Freiraum zum Komponieren gefunden hat. Der Rest ist freilich im typischen TESTAMENT-Stil. Daß "The New Order" zum Teil etwas eintönig klingt, ist nicht von der Hand zu weisen. Da hat es auch keinen Sinn, daß man die Platte mit einigen Intros und Instrumentalvorspännen auffüllt, um die Spielzeit noch hochzudrücken. Es sieht fast so aus, als mangele es der Band an Einfällen. Wer "The Legacy" kennt, weiß im Grunde auch schon, was ihn hier erwartet. Die Platte für sich gesehen ist sicher nicht viel schlechter als der Erstling. TESTAMENT spielen ohne Zweifel erstklassigen, hochwertigen Thrash, der durch die superProduktion von Alex Periales (verbesserter Drumsound gegenüber dem Debüt) knallhart rüberkommt. Gute Melodien sind der Band nicht fremd, und auch Ausnahmegitarrist Alex Skolnick liefert wieder eine starke Leistung ab - trotzdem würde ich den Jungs dringend raten, mal etwas Neues anzupacken, wenn das dritte Album nicht identisch mit den ersten beiden Scheiben werden soll. --RockHard16.Metallica - battery
Album: Master Of Puppets
USA 1989
Master of Puppets, ein Meilenstein des Metal, gilt als Metallicas bestes Album (und es ist auch das letzte mit Bassmann Cliff Burton). Macht und deren Missbrauch sind die zentralen Themen dieser intelligenten, tiefgründigen Songs, die mit Vollgas daherkommen. Wobei letzteres nicht heißt, daß es sich um kurze Stücke handelt: Die acht Titel des Albums erstrecken sich über eine Stunde; umso bemerkenswerter, daß nicht ein einziges Mal Langeweile aufkommt. Sowohl bei den Texten als auch bei den Melodien überzeugt Metallicas Zugang zum gewählten Thema: "Welcome Home (Sanitarium)" ist aus der Sicht eines Insassen einer geschlossenen Anstalt geschrieben; "Master of Puppets" handelt vom Triumph und Selbsthaß derer, die ihre Macht mißbrauchen, während "Disposable Heroes" die Dinge aus der Perspektive eines Soldaten wiedergibt.Jeder, der von Metallica nur das kennt, was gewöhnlich im Radio läuft, sollte sich diese Platte anhören. Die Überraschung ist garantiert. --Genevieve Williams
17.Atrox - retroglazedAlbum: Binocular
Norway 2008
Nachdem der ursprünglich für 4 Alben ausgelegte Deal mit code666 offensichtlich gekündigt wurde, sind die Norweger ATROX wieder bei ihrem alten Label Season Of Mist gelandet. Eine weitere Veränderung schlägt aber viel deutlicher zu Buche: Monika Edvardsen, die den Vorgängeralben ihre Stimme lieh, hat die Band verlassen. Am Mikro hört man nun das markante Organ von Gitarrist Rune Sørgård.ATROX waren schon vorher auf der progressiven Avant-Garde-Schiene unterwegs, aber vielleicht hat die MANES-Manpower für einen zusätzlichen Kick im 'Schizo-Metal' der Band gesorgt. Die Musik auf "Binocular" ist so verwirrend wie der erste Eindruck vom Covermotiv und macht die stilistische Zäsur deutlich.
Ihrem experimentellen Anspruch und ihrem ausgeprägten Hang zur Avant-Garde bleiben sie zwar treu, setzen aber nun vermehrt auf elektronische Elemente und Keyboardsounds. Vor allem setzen sie aber auf einen fließenden Übergang von sehr komplexen und wiederum sehr einfachen Strukturen, die es in ihrer Gesamtheit dem Hörer nicht gerade leicht machen. Und damit meine ich keine jungfräulichen Ohren, die noch nicht oder nur selten in den Genuss progressiver Klänge kommen. ATROX schreiben zwar einerseits sehr geradlinig (z.B. im Aufmacher "Retroglazed") und verstehen es durchaus, packende Melodien in ihre Songs einzubauen. Andererseits wirkt die Band wie ein Eisbrecher auf Zickzackkurs, der immer wieder wilde Schneisen in vormals perfekt vereiste Flächen pflügt. Kaum fügen sich Passagen zusammen, werden sie von der Bandmaschinerie zerfahren. Es ist allerdings kein richtiger Clash, kein echtes Chaos, und vielleicht trifft die Bezeichnung 'Schizo-Metal' tatsächlich zu.
Wohin zum Geier wollen denn ATROX eigentlich? Grooviger Metal mit Synthesizer im Retro-Look, Fusion-Jazz-like avant-garde beats in Chromlackierung? ATROX klingen quietschbunt, lässig, energisch und können auch ziemlich finster werden. "Binocular" ist eine Platte der Kontraste. Ihre Klasse ist für mich erkennbar, aber wenn ich ganz ehrlich bin: So richtig warm werde ich damit nicht. Ich kann mir das abgefahrenste Zeug anhören, aber es kommmt immer auf die Mischung an, auf die Kompatibilität mit dem eigenen ästhetischen Klangempfinden.
Für den einen mag das vielseitige Album wie der Gang durchs technische Museum sein, für mich ist es größtenteils der Wartesaal im Hauptbahnhof. Aber selbst das Warten auf den richtigen Moment kann durchaus interessant sein. --metal.de
18.Vulture Industries - blood dont flow streamlined
Album: The Dystopia Journals
Norway 2008
VULTURE INDUSTRIES sind im Untergrund schon seit einiger Zeit eine Größe, mit der man rechnen muss, ihr Debütalbum landete allerdings mit einiger Verspätung erst jetzt auf meinem Tisch. Aber was sich darin verbirgt, meine Herren...Im gleichen Jahr, in dem ARCTURUS zum Leidwesen vieler Fans ihr Ende verkündeten, sollte ein neuer Stern am Himmel erstrahlen, dessen Leuchtkraft – und da bin ich mir ziemlich sicher – wohl bald genauso stark sein würde, wie der der nordmännischen Meister progressiv-symphonischer Schwarzmetall-Avantgarde.
VULTURE INDUSTRIES sind keine Blaupause und verfolgen ihren ganz eigenen Ansatz, aber entfalten dabei ein klangliches Feuerwerk, welches Anhänger eben vor allem von ARCTURUS und ULVER (zu Zeiten von "The Marriage Of Heaven & Hell") begeistern dürfte.
"The Dystopia Journals", das sind die Logbucheinträge der fünf Norweger um Sänger Bjørnar E. Nilsen, auf ihrer Reise in eine düstere und fantastische Welt der Alpträume, der erschreckenden Schönheiten und des Chaos. Einordnen lässt sich das Gebilde schwer, extremer Metall ohne Berührungsängste trifft auf symphonische Anmut, industrielle Härte auf geheime Laborexperimente und psychoaktive Synthesizerinjektionen.
Und hört die Stimme von Bjørnar! Was für ein Bariton-Organ dieser Mann doch hat, und welch verblüffende Nähe zum Ulver-Garm. Hört sein wirres Kreischen, seine bedrohlichen Growls, aber vor allem den überragenden Klargesang, der das gesamte Album dominiert. Da steckt Saft und Kraft drinnen, und kann sich stark gegen die laut wetternden Gitarren und Schlaginstrumente behaupten.
Bereits der erste Song "Pills Of Conformity" ist eine Kampfansage der Band, in dem sie ihr Können und ihr großes Talent beweist.
"The Dystopia Journals" ist ein mitreißender, stürmischer Ritt, wie man ihn wohl nicht erwartet hätte. Denkt man an solche Meisterwerke wie "The Marriage of Heaven & Hell" oder "La Masquerade Infernale", so war man sich sicher, dass diese wohl sehr lange Zeit auf ihren Elfenbeintürmen thronen würden. Nun denn, sie bekommen Gesellschaft, denn VULTURE INDUSTRIES schicken sich an, dieses Gefühl der Leere, welches ARCTURUS nach ihrem Abgang und ULVER nach ihrem Stilwechsel hinterlassen haben, hinwegzufegen und mit Euphorie zu füllen.
"Grim Apparition" - ein genialer Abschluss und bezeichnend für den Charakter dieses umwerfenden Debüts. Aus dem Dunkel hervorgetreten, mit einem grimmigen Lächeln auf den Lippen, des Triumphes gewiss. Lasst euch diese Band nicht entgehen! --metal.de
19.The Konsortium - under the black flag
Album: Konsortium EP
Norway 2008
"Weltschmerz mit Blastbeats", so lautet die Umschreibung von The Konsortium, der neue Stern am norwegischen Avantgarde-Metal-Firmament. Vier Songs die es definitiv in sich haben und mich dazu veranlassten, diese kleine Scheibe ständig am rotieren zu halten. Und das soll was heißen. Wer sich jahrelang mit Arcturus, Ulver & Co. den Gehörgang freibläst, entwickelt eine solche Affinität zu dieser Musik, das man einfach nichts drüber kommen lässt. Ja geradezu verwöhnt ist. Doch manchmal kommt es anders und zweitens als man denkt. Wer mit Ved Buens Ende, Dodheimsgard und eben erwähnten Ulver etwas anfangen kann, der liegt bei dem Quartett aus dem hohen Norden vollkommen richtig. Nun bleibt zu hoffen das es das Debüt-Album, was dieses Jahr erscheinen soll, den einmal aufgestellten Ansprüchen genüge tut. Aber es wäre auch nicht das erste mal, dass uns Bands einen Output vor die Füße werfen, wir faszinierend dieses kleine Juwel anstarren und derweil verschwinden die Täter in der Versengung. Da heißt es warten, lauschen und hoffen. --Tobias20.Djerv - headstone
Album: Demo
Norway 2010
Nachdem sich Animal Alpha vor kurzem aufgelöst haben, hat sich Sängerin Agnete Kjølsrud ihrem neuem Projekt "Djerv" gewidmet. Da es aber alleine keinen Spaß macht, kamen noch Erlend Gjerde von Stonegard (Rip) und Erlend von Wardruna mit an Bord. Und was dann herauskam war besster Black N` Roll mit nem gehörigen Indie-Einschlag und ner sehr fetten Produktion. Man kann mit Fug und Recht behaupten die Drei haben ihre Hausaufgaben gemacht. Und wer sich davon selbstüberzeugen möchte, der kann sich auf deren MySpace-Profil einen kleinen Auzug aus ihrem kürzlich erschienen 3-Track-Demo, zu Gemüte führen. Aufjedenfall hat diese Band ein großes Potential und eine ebenso erfolgreiche Zukunft vor sich. --Tobias21.Beatallica - i want to choke your band
Album: Masterful Mystery Tour
USA 2009
Bereits Anfang des Jahrtausends haben The Black Sweden gezeigt, dass die auf dem ersten Blick aberwitzig erscheinende Idee, das Liedgut zweier bekannter und nicht unbedingt zusammenpassender Bands zu kreuzen, durchaus gut funktionieren kann. Die Schweden haben nämlich Judas Priest- und Abba-Songs miteinander verwurstet und dabei ein ziemlich hörenswertes Ergebnis erzielt. Auch die Amis Beatallica haben sich dieser Wissenschaft verschrieben; nur dass ihre Schöpfung ein Klon aus Metallica und den Beatles ist.Dabei war das aus Jaymz Lennfield v., g.), GrgIII (g.), Kliff McBurtney (g.) sowie Ringo Larz (dr.) bestehende Quartett anfangs darauf bedacht, möglichst inkognito zu bleiben. Zu groß war die Befürchtung, eines schönen Tages wegen Verletzung des Urheberrechts Post von einem Anwalt einer der beiden Original-Bands zu erhalten. Aus diesem Grund boten Beatallica ihre Frühwerke – die beiden EPs „A Garage Days Nite“ und „Beatallica“ - zunächst auch nur online zum kostenfreien Download feil. Post vom Anwalt bekamen sie trotzdem. Auf Betreiben von Sony wurde ihre Seite sogar kurzzeitig aus dem Netz genommen. Erstaunlicherweise hatte die Band ausgerechnet in Metallica bzw. deren Drummer Lars Ulrich - die bzw. der ja nicht gerade für einen zimperlichen Umgang mit Urheberrechtsverletzungen bekannt sind / ist - einen ebenso prominenten wie einflussreichen Fürsprechen gefunden. Und so kam es, dass sich die Jungs bereits kurze Zeit später hochoffiziell und legal am Liedgut beider Bands vergehen durften, was schließlich zur Veröffentlichung ihres Debütalbums „Sgt. Hetfield´s Motorbreath Pub Band“ führte. Nun legen die Jungs nach und wuchten mit „Masterful Mystery Tour“ ihren zweiten Longplayer in die Läden.
Der Titel ist natürlich ein Bastard aus der Beatles-Ep „Magic Mystery Tour“ und dem Metallica-Drittwerk „Master Of Puppets“. Und genau dieses Album bildet auch den Schwerpunkt von „Masterful Mystery Tour“, finden sicht auf dem Album doch mit „The Battery Of Jaymz And Yoko“, „Masterful Mystery Tour“ und“ The Thing That Should Not Let it Be“ gleich drei Tracks („Battery“, „Master Of Puppets“ und „The Thing That Should Not Be“) dieses zeitlosen Klassikers in genetisch mutierter Form wieder. Ansonsten gibt es einen Streifzug durch die komplette Metallica-Historie, angefangen mit dem eigentlich im Original von Diamond Head stammenden „Am I Evil“ bis hin zu „Tomorrow Never Comes“ von der aktuellen „Death Magnetic-Scheibe. Gleiches gilt für das Material der Fab Four.
Über die Qualität der Originale muss man hier wohl nicht mehr viele Worte verlieren. Während Beatles-Songs wohl im Allgemeinen als zeitlos gelten, werden sich diesbezüglich insbesondere bei den jüngeren Metallica-Tracks wohl die Geister scheiden. Im Grunde genommen ist dies aber auch relativ unwesentlich, denn viel wichtiger ist doch die Frage, wie die Metallica-meets-Beatles-Chose funktioniert. Beim ersten Hören war es für mich wie ein kleiner Kulturschock, denn wenn es nach den ersten zarten Klängen von „Battery“ vollkommen anders als jahrelang gewohnt weitergeht, muss man sich erst einmal umstellen. Nach einer kleinen Eingewöhnungsphase komme ich aber nicht umhin, den Jungs durchwegs gute Noten zu geben. Denn die Songs quellen frisch und unverbraucht und mit einem großen Funfaktor versehen aus den Boxen, auch wenn einzelne Songs - wie z.B. „Got To get You Trapped Under Ice“ - ein wenig abfallen.
Erwähnenswert ist vor allem die gesangliche Darbietung. Shouter Jaymz Lennfield rutscht zwar manchmal („And I´m Evil?“) in Glenn Danzig-Regionen ab, klingt aber ansonsten seinem großen Vorbild James Hetfield sehr ähnlich, singt allerdings mit einem etwas stärker ausgeprägten Akzent. A Pro Pros Akzent: Das abschließende J.B.O.-Cover „Eine Guten Tag Zum Sterben“ klingt vor allem wegen des Akzents ziemlich kauzig und dadurch charmant. Man muss wohl kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass dieser Titel auf der anstehenden gemeinsamen Tour mit J.B.O. von beiden Bands gleichzeitig auf der Bühne dargeboten werden wird.
Wer jetzt Blut geleckt hat, der sollte „Masterful Mystery Tour“ auf alle Fälle mal eine Chance geben, denn eine gelungenere (und offiziell autorisierte) Kombination aus Beatles- und Metallica-Songs dürfte einem so schnell nicht wieder über den Weg laufen. Da das Ganze ebenso kurzweilig wie unterhaltsam ausgefallen ist, gibt es hier eine eindeutige Empfehlung. --bizarre-radio.de
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