27.04.2010
Ohne viel Gerede, die kommende Playlist spricht für sich, wie wir finden.

01. Blood Duster - drink fight fuck
02. Annihilator - ambush
03. Beissert - uphillfight against the sun
04. Ministry - no w
05. UDO - thunderball
06. Skyclad - land of the rising slum
07. Black Stone Cherry - rain wizard
08. Type O Negative - in praise of bacchus
09. Motörhead - iron fist
10. Darkthrone - too old too cold
11. Odysseus & The Argonauts - sternschutzstaffel
12. Odysseus & The Argonauts - in case
13. The Hollies - long cool woman in a black dress
14. Cream - white room
15. Firebird - torn down
16. Blues Explosion - mars, arizona
17. Groinchurn - bridges burn
18. Rigormortem - will of the black flame
19. Warthane - my nightmare
20. Betray The Emissary - a friend in the eyes of chaos
21. Andrew W.K. - party hard

01. Blood Duster - drink fight fuck

Album: Blood Duster

Australia 2004


Rock N Rooooooll!! Wie nennt man ein Album, dessen Vorgänger "CUNT" hieß? Richtig, gar nicht! So haben Blood Duster sich das gedacht und ihren neuesten Auswurf einfach nicht getauft. Dafür haben sie einfach eine dreckige Grind-Schlampe mit einer Überdosis Gute-Laune-Rotz N Roll vollgepumpt und dann mit einem Death Metaller und einer Bande Punks zum Rudelbumsen ins Bett geschickt. Raus kam dabei dann dieser Bastard. Sogar ein waschechter Countrysong ("NuCorprate") hat sich auf diesen Fetenhits Sampler verirrt, sodass neben Entombed'schen Anleihen ("SixSixSixteen") und 70ies Einflüssen à la Hellacopters ("She'sAJunkie") auch Johnny Cashs Erbe nicht zu kurz kommt. Waren die Frühwerke noch deutlich roher, kommt man jetzt schon fast massentauglich daher, denn wer auch nur ein bisschen was mit den oben genannten Bands oder Stilen anfangen kann, wird mit diesem Album seine helle Freude haben! Einzig das eine oder andere Porn-Intro lässt noch Parallelen zu den alten Sachen wie "Kneedeep In Menstrual Soup" erahnen, sonst regiert heutzutage partytauglicher Grind N Roll. Regeln: keine, Spaß: voll! Und deshalb kann die einzig sinnvolle Reaktion nur sein: alle Regler auf rechts und drinkfightfuck!!! Mehr Worte braucht dieses Review nicht. Kaufen! --metal.de

02. Annihilator - ambush

Album: Annihilator

Canada 2010


Nicht wenige Anhänger haben sich in den letzten Jahren der Combo von/um Jeff Waters abgewandt und den Rücken gekehrt. Nicht ganz ohne Grund, denn mit den letzten Alben hat sich die Stilrichtung von ANNIHILATOR teilweise, für manche Fans doch fragwürdig, verändert. Sicherlich war auch der Gesangsstil von Dave Padden ein Grund dafür, da dieser sich erst einmal orientieren musste und sich nicht frei entfalten konnte.

Fakt ist jedoch, das ANNIHILATOR schon immer etwas unberechenbar waren, und sicherlich nicht jedes Album der Vergangenheit als Meilenstein betrachtet werden kann. Allerdings sollte man nie den Fehler machen, und diese Band unterschätzen. Denn mit ihrem neuen Album "Annihilator" haben sich Jeff Waters und Dave Padden wieder aufgemacht, Geschichte zu schreiben.

Bereits mit dem genialen Opener "The Trend" wird klar, dass ANNIHILATOR zurück sind. Gitarrengott Waters holt mal wieder alles aus seiner Klampfe heraus und lässt glorreiche Zeiten auferstehen. Das bereits im Internet kursierende "Coward" macht ebenfalls eine gute Figur, wird jedoch vom darauf folgenden "Ambush" übertroffen. Riffs, wie man so von der Band gewohnt ist und in dieser Form zuletzt auf den Alben mit Joe Comeau verinnerlichen durfte. Die Talfahrt ist vorbei, der Meister flitzt über das Griffbrett, als ob es keinen Morgen geben würde. Auch "Betrayed" dürfte allen neuen und alten Fans gefallen, was auch eine Leistung von Dave Padden ist, der sich mittlerweile mehr als gut eingearbeitet und seine Schwächen hinter sich gelassen hat.

"25 Seconds" hätte auch von "King Of The Kill" stammen können. Die schizophrene Nummer würde sich live als sehr interessant gestalten. Abgelöst wird das Stück von "Nowhere To Go", welches an die frühen 90er erinnert und einen eingängigen Refrain beinhaltet. Locker flockig geht es mit "The Other Side" weiter. Galoppierendes Drumming und ausgeklügelte Riffs machen diese Nummer zu einem weiteren Hit der Scheibe. Auch "Death In Your Eyes" animiert, die Rübe zu schütteln und sich in einen Moshpit zu stürzen und besitzt diesen unvergleichlichen Charme, der schon immer Bestandteil von ANNIHILATOR war. Den letzten regulären Track bildet "Payback", bei dem vor allem Gitarrenfreaks auf ihre Kosten kommen. Außerdem regt die Nummer an, die Fäuste in den Himmel zu strecken und mitzugrölen.

Natürlich hat sich Jeff Waters auch auf diesem Album ein kleines Extraschmankerl einfallen lassen, was man in Form von "Romeo Delight" genießen kann. Die VAN HALEN-Nummer passt aber auch einfach hervorragend zum Stil von ANNIHILATOR und gewinnt mit der hier vorhandenen Interpretation noch mehr an Spaß.

Der Meister und sein Schüler haben es mal wieder geschafft. "Annihilator" ist eine starke Platte geworden, womit viele vielleicht nicht mehr gerechnet hätten. Natürlich ist das Album kein zweites "Alice In Hell", kann aber locker mit Scheiben wie "Carnival Diablos" oder "King Of The Kill" mithalten. Unbedingt antesten! --metal.de


03. Beissert - uphillfight against the sun

Album: The Pusher

Germany 2010


Abgedrehter Metal aus Sachsens Hauptstadt: Heavy, originell, abwechslungsreich!

Dresdener Metalbands sind ja mitunter etwas abseitig, eigenwillig und oft sehr heavy. So verhält es sich auch mit BEISSERT, die ich bisher kein bisschen auf dem Radar hatte. Dabei ist "The Pusher" bereits das zweite Album des sächsischen Quintetts und der Frontmann war früher bereits bei GORILLA MONSOON am Start, die ich auch sehr zu schätzen weiß. Daher nimmt es mich kaum Wunder, dass mir auch BEISSERTs Sound liegt. Zunächst sind es die heavy bratenden Riffs, die auffallen. Eine gewisse Louisiana-Sludge-Note lässt sich ausmachen, wozu auch der raue Gesang passt, der beim englisch betitelten Opener 'The Pusher' witzigerweise in deutscher Sprache ertönt. Der Refrain ist klarer und sehr leidenschaftlich gebrüllt, und die Leadgitarren im Soloteil überzeugen auf ganzer Linie. Ja, das ist ein Einstieg nach Maß.

Das zweite Stück, dieses Mal mit deutschem Titel und englischem Text, hat einen leichten Stoner-Rock-Touch und lässt mich hier und da an COROSSION OF CONFORMITY denken. Lässiger Groove, coole Basslinien, ein super eingängiger Refrain und hier und da ein Lead, das einen schönen 60s/70s-Touch parat hält, der auch Leuten ein Grinsen ins Gesicht zaubern sollte, die auf Bands wie PENTAGRAM (US), BURNING SAVIOURS oder FALCON abfahren. Nach einem kurzem Piano-Instrumental kommt mit 'Saxonbloodrock' die Hymne zur stilistischen Selbsteinschätzung der Band, hier und beim folgenden 'Uphill Fight...' sind mir allerdings die jeweiligen Refrains etwas zu perseverativ. Bei 'Unaussprechlichen Kvlten' entsteht rhythmisch ein deutliches Tribal-Feeling, man fühlt sich ein wenig an NEUROSIS erinnert. An anderer Stelle darf es auch mal schnell und thrashig sein, wie bei 'Aal ins Gekröse'.

Seltsam schräge und etwas albern nach WHEATUS klingen die Vocals beim punkigen Rocker 'Durch die Haare in das Kind', wobei aber doch ein sehr witziger Song daraus gebastelt wird, während 'Eerie Disciple' die Dresdener von ihrer stärksten Seite zeigt. Ein dezent epischer Touch der mich an eine Sludge-Doom-Version von BATHORY denken lässt, ist mit Sicherheit etwas nicht Alltägliches.

So bleibt ein Album, das wirklich einige tolle Songs zu bieten hat und das mir lediglich dann zu monoton wird, wenn die Refrains zu repetitiv und zäh sind. Ansonsten ist "The Pusher" ein spannendes Album mit viel Abwechslung, etlichen abgedrehten Ideen und viel Klasse im Bereich des Gesangs und der Leadgitarren. --powermetal.de

04. Ministry - no W

Album: Houses Of The Molé

USA 2004


"Houses of the Molé" lässt nur einen Schluss zu. Hofft dass George W. Bush wiedergewählt wird, wenn euch etwas an Ministry liegt. Wer hätte nach dem letzten Album und dem Weggang von Paul Baker noch für möglich gehalten, dass Ministry zu so einem Rundumschlag ausholen. "Houses of the Molé" ist das Beste was Al Jourgensen seit "Psalm 69" auf die Welt losgelassen hat. Schon der Opener "No W" lässt keine Wünsche mehr offen. Nach einer Highspeed Version von Carl Orffs "Carmina Burana" mit Bush Sprach-Samples explodiert der Song in hartes, schnelles Riffing und Al Jourgensen bläst mit seiner stark verzerrten Stimme erstmal alles weg. Der Song sprüht nur so vor unbändiger Aggressivität, brachialen Riffs und hypnotischen Gesang."Waiting" und "Worthless" hauen weiter in die selbe Kerbe und fesseln mit simplen Refrains. Nach dem unerbittlichen Killersong "Wrong" wirken aber auch sie fast nur wie Kinderfasching. Jeder Akkord wirkt wie ein Schlag ins Gesicht und wenn er in der Mitte des Songs das Bush Sample "I have a message to the people of Irak... go home and die" ablässt, brechen alle Dämme und kein Stein bleibt auf dem anderen. Dabei verkommt die ganze Bush Kritik und Anfeindung nicht zu bloßer Platitüde, sondern unterstreicht nur die starken Songs und wütenden Texte. Denn Songs wie das abgefahrene, bittere "Warp City" mit Trommelwirbel und schnellen Riffing oder das durchgeknallte "WTV" gehen viel tiefer, als sich nur auf George W. Bush einzuschießen. Im Vergleich zu früheren Alben findet man sicherlich weniger Elektroelemente und mehr Gitarren, was eindeutig auf den Neuzugang Mike Scaccia zurückzuführen ist. Schaden tut dies hingegen wenig, denn gerade die wilden Gitarren unterstreichen unglaublich gut jene Wut und Brachialität, die die Songs transportieren. Mit dem groovenden "World" und dem melodischen "Worm", bei dem Al Jourgensen wieder zur Mundharmonika greift, geht es dann langsam dem Ende zu und der Hörer wird wieder runter geholt von seinem Trip. Besonders "Worm", das fast schon positiv klingt und als einziges Stück keinen verzerrten Gesang hat, lullt einen förmlich ein und zieht einen in Ministrys dunkle Welt. In den letzten 13 Minuten der CD verstecken sich noch zwei Tracks. Stück 23, passend "Psalm 23", ist eine alternativ Version von "No W" mit der amerikanischen Nationalhymne als Intro. Song 69 "Walrus" ist ein Ministry typisches, wirres Durcheinander ohne viel Sinn. Unbedingt anchecken. Das Beste was ich bisher dieses Jahr gehört habe. --metal.de


05. UDO - thunderball

Album: Thunderball

Germany 2004


Udo Dirkschneider könnte man auf eine 10-jährige Dschungel-Expedition schicken und hinterher fünfmal zum Mond und zurück fliegen lassen -- er würde danach mit Sicherheit immer noch exakt den gleichen urwüchsigen Heavy Metal spielen, für den ihn seine Fans seit 25 Jahren lieben und verehren.

Eine weitere Accept-Reunion scheint wegen Dissonanzen zwischen einigen der Originalmitglieder in unerreichbare Ferne gerückt zu sein. Aber Anhänger der Solinger Stahlschmiede können sich mit Dirkschneiders neuntem U.D.O.-Album Thunderball trösten, das zum Großteil typische Accept-Kost in Breaker- und Balls To The Wall-Manier bietet: Peitschende Gitarren-Power trifft auf fette, hymnische Refrains, die von Udos einzigartiger Reibeisenstimme veredelt werden, und zwischendurch sorgen immer wieder getragene Epen für stimmungsvolle Verschnaufpausen. Die Experimente der Man And Machine-Scheibe hat man sich diesmal gespart, lediglich das originelle, mit russischen Folk-Sounds und Textzeilen angereicherte "Trainride In Russia" fällt aus dem bewährten U.D.O.-Rahmen. Wer immer noch mit Tränen der Rührung in den Augen die alten Accept-Klassiker auflegt, wird mit Thunderball nach allen Regeln der Hartmetallkunst bedient. --Michael Rensen


06. Skyclad - land of the rising slum

Album: Prince of the property Line

Great Britain 2003


Die sympathische und naturverliebte britische Formation erlangte von Album zu Album immer größere Beliebtheit bis sie nach Noahs Ark mit Prince Of The Poverty Line am Höhepunkt ihrer musikalischen Karriere anlangten. Das Album besitzt nicht nur die Spielfreude, Party-Laune und intelligenten Texte der vergangenen Veröffentlichungen sondern auch vielseitige und anspruchsvolle Kompositionen, die selbst kritischen Zeitgenossen ein anerkennendes Nicken abverlangen. Vor allem "Land Of The Rising Slum" und "The One Piece Puzzle" zeigen, welch ungeheures Potential in der spielfreudigen Formation steckte. Aber auch "Civil War Dance", "Cardboard City", "Sins Of Emission", "A Bellyful Of Emptiness" und "Gammadion Seed" können durchweg überzeugen und machen Prince Of The Poverty Line zu einem Leckerbissen von dem man nicht genug bekommen kann. Einzig die leiernden Vocals am Ende von "Womb of the Worm" klingen dürftig und hätten kürzer ausfallen sollen. Ansonsten gibt es zwar keinerlei Kritikpunkte, dafür aber mehr als 50 Minuten fabelhaften Folk Metal der mit Martins unvergleichlichen Stimme und Cath Howell´s Violine unwiderstehlich veredelt wurde. Ein Fazit ist überflüssig.--Michael Hilscher


07. Black Stone Cherry - rain wizard

Album: Black Stone Cherry

USA 2007


Solange es Bands wie BLACK STONE CHERRY gibt, wird der Rock definitiv nicht sterben. Was die Band hier zelebriert, ist staubiger und stets melancholischer Stoner Rock mit leichten Southern-Anleihen. Trotzdem versinken die Musiker nicht in Selbstmitleid und strahlen jede Menge Spielfreude aus.

Vor allen Dingen schaffen es BLACK STONE CHERRY, richtige Hits zu schreiben, die eigentlich niemanden kalt lassen dürften. Egal, ob es sich um den schleichenden Opener 'Rain Wizard', das etwas flottere 'Backwoods Gold', das heftig groovende 'Maybe Someday' oder den absoluten Überhit 'Hell And High Water' handelt, die Band veredelt jede ihrer Ideen zu tollen Songs, die in ihrer verhältnismäßig simplen Darbietung absolut zeitlos sind.

Die charismatische Stimme von Fronter Chris Robertson ist das Merkmal, das die Band am ehesten in die Southern-Richtung manövriert, denn er klingt ebenso emotional wie Phil Anselmo bei DOWN, Zakk Wylde oder Pepper Keenan. Dennoch kann man auch jede Menge Anleihen bei weitaus klassischeren Bands ausmachen, seien das nun LED ZEPPELIN, LYNYRD SKYNYRD, BLACKFOOT oder meinetwegen KYUSS. Nur eines ist dieses Debüt zu keiner Zeit: Metal. Das unterscheidet die Band auch von vielen anderen Bands, die die gleichen Stilmittel nutzen.

Neben der aktuellen ALABAMA THUNDERPUSSY die nächste Genre-Veröffentlichung, die klar macht, dass der klassische Rock noch lange nicht tot ist und immer noch neue Impulse setzen kann. Ein tolles Album für scheuklappenfreie Hörer. --metal.de


08. Type O Negative - in praise of bacchus

Album: October Rust

USA 1996


Welche Assoziationen kommen einem beim Brainstormen über das Motiv des Herbstes in den Sinn? Nach den üblichen Bildern von laubbedeckten Wäldern und dem nahenden Winter, der unwiederbringlich eine einnehmende Melancholie aufkommen lässt, kommt man wohl kaum an "October Rust" vorbei. Trotz unterschiedlicher Meinungen zwischen anfänglicher Empörung und fanatischem Enthusiasmus lässt sich ein genereller Kanon vernehmen, der den Nachfolger zu "Bloody Kisses" als das Beste der Brooklyner bezeichnet. Und da fängt es auch an für den Kritiker interessant zu werden. Handelt es sich hier lediglich um ein überbewertetes Mittelklasse-Album oder wirklich um ein Kleinod des Gothic Metals?

Wer die Daseinsberechtigung TYPE O NEGATIVEs aufgrund ihrer CARNIVOREschen Hardcore-/Punk-Attitüde in Songs wie "We Hate Everyone" oder "Kill All The White People" vom Vorgänger festgemacht hat, wird enttäuscht gewesen sein, sucht man diese doch in "October Rust" vergeblich. Stattdessen gibt es eine zwielichtige Gratwanderung zwischen Kitsch und Romantik mit Ausnahme-Schmachtfetzen wie "Love You To Death", und man wird den Eindruck nicht los, dass sich Peter Steele ein Jahr nach seinem Pin-Up-Versuch im US-amerikanischen "Playgirl" eher auf die weibliche Käuferschaft verlassen hat. Auch ein Song wie "Be My Druidess" oder das pop-lastige "My Girlfriend's Girlfriend" entkräften vorangegangenen Verdacht eingangs nicht. Desweiteren könnte man "October Rust" kritisieren für die lange Spielzeit - ja, ihr habt richtig gelesen. Für die lange Spielzeit. Ich kann nicht umhin, dies zu bemängeln, da dadurch Songs wie "Die With Me" oder "Haunted" aufgrund ihrer repetitiv eingesetzten Refrains ins Bedeutungslose gleiten. Durch die grundlegend verhaltene und wehmütige Stimmung fehlt es leider an durchgängiger Suspense. Dafür, und an dieser Stelle kommen die Pluspunkte zu Tage, wirkt "October Rust" konstant homogen und konzeptionell, da einen keine bösen, unpassenden Überraschungen erwarten, die den zwischen Gothic Metal und Doom angesiedelten eigenen Stil zerreißen könnte. Schon aufgrund zeitloser Songs wie eben "Love You To Death", "Red Water (Christmas Mourning)", "In Praise Of Bacchus" und "Wolf Moon (Including Zoanthropic Paranoia)" wird "October Rust" zum Klassiker.

Auch wenn ich bezweifle, dass "October Rust" auch bei der männlichen Käuferschaft durchgängig allgemeines Wohlgefallen erfährt, gehört es unumstößlich zu den maßgeblichen Inspirationen nachfolgender Gothic Metal-Bands. Der kommerzielle Erfolg zeugt davon. Und schon den eingangs erwähnten eigenen, unnachahmlichen Stil der sympathischen, selbstironischen Ausnahmeband garantiert, trotz Kritik, ein qualitativ hochwertiges Werk mit stimmigen hoffnungsvollen Hochs und schwärzesten Tiefen, was sich gerade zu der passenden Jahreszeit am besten entfalten kann. --metal.de


09. Motörhead - iron fist

Album: Iron Fist

Great Britain 1982


Nachdem das Live-AlbumNo sleep till Hammersmith für Motörhead in England eine Nummer Eins in den Charts wurde, warteten die Fans sicher sehnsüchtig auf Nachschub.Iron Fist ist das letzte Studioalbum im legendären Line-Up mitFast Eddie Clarke, obwohl die Scheibe bis heute Kult ist und sicher auch nicht das schlechteste Motörhead-Album ever, ist für viele FansIron Fist eine schwache Scheibe. Ich finde das nicht, denn ich mag das Album recht gerne, doch ich kann auch verstehen warum so mancher Fan damals ein langes Gesicht machte. Denn so ein ungehobelter Orkan wieOver Kill oderAce of Spades istIron Fist nun mal nicht. Die Produktion ist ein wenig glatter, ich denke das ging damit einher, das die Plattenfirma auf den Erfolg vonNo sleep.. aufbauen wollte und auch nun ein wenig mehr in den USA Fuß fassen. Schlechte Songs hat es hier nicht, ich habeIron Fist damals, wie fast jede Motörhead-Scheibe, aufgrund des Covers gekauft. Mich zog es an und auch das Bild im Innersleeve, wo die Band mit eisernen Masken des Warpigs poste fand ich cool. Am ehesten verbindet man mit dieser Platte doch Erinnerungen an den Titelsong. Viele Fans des Thrash-Metals kenne sicher auch die Coverversion von Sodom und diese Version genießt fast noch größeres Ansehen als wie das Original.

Der etwas glatte, aber mit Ohrwurmrefrain ausgestattet SongHeart of stone ist eines der wenigen wirklich schwachen Lieder auf dieser Scheibe. Da läuft mirI´m the Doctor doch schon besser rein.Sex&Outrage, so wie(Don´t let em) Grind ya down, das schleppendeGo to Hell oder(Don´t need) Religion sind aber allesamt echte Motörhead-Knüller. Auch wenn die meisten Songs so was wie richtige Ohrwürmer sind, die einem mit ihren Refrains verfolgen. Meist hatten Motörhead-Songs immer einen gewissen Charme, ein besonders prägnantes Riffs, oder ein starken Part, an dem ich den Song festmachte.

Den ein oder andere Hänger bzw. etwas arg in die Hose gegangen Song findet man hier eben doch aus. Da wärenAmerica, was arg dumpf und nicht wirklich Motörhead-würdig ist. Ich persönlich mag auchLoser nicht so recht, obwohl mir der Text schon gefällt.

Lemmy wird sich hier wohl auch seinen eigenen Part gedacht haben, doch so 100% scheint er nicht mehr hinter diesem Album zu stehen, es finden sich ja eher selten irgendwelche Songs im Motörhead-Live-Set. Wenn dann war es eh nurIron Fist, das gespielt wurde.

Kurz nach demIron Fist-Album brach das Line-Up der von Motörhead ja endgültig auseinander und ich denke die Diskrepanzen innerhalb der Band wirkten sich schon aufIron Fist aus. Die Platte ist so was wie ein unglückliches Album, welches nicht mal das Glück hatte, als völlig unterbewertet in die History der Band einzugehen. So wie es der NachfolgerAnother Perfect Day tat. Eddie Clarke wurde dort ja von Brian Robertson ersetzt, der von Thin Lizzy kam und bei Motörhead ein kurzes Gastspiel gab. Ich glaube die kreative Pause, welche dann folgte wurde aufIron Fist schon angekündigt. --sleaze-metal


10. Darkthrone - too old too cold

Album: The Cult is Alive

Norway 2006


Was sich bereits mit der vorab veröffentlichten Single "Too Old Too Cold" abzeichnete und im Interview von Nocturno Culto auch angekündigt wurde, hat sich nun mit dem neuen Album "The Cult Is Alive" bestätigt. DARKTHRONE zeigen sich etwas gewandelt in ihrer Form des Black Metals. Das neue Material hat eine ganz schön heftige Black'n'Roll Schlagseite, mit Anleihen aus Crust, Punk und Achtziger Jahre Black/Thrash Metal. Straight, hart, roh, crusty, räudig und puristisch rocken und holzen die beiden Legenden durch ihre Songs, welche eingängiger und mitreißender kaum sein könnten.

Kaum eine andere Band versteht es dieser Tage, einen so derartig zäh rockenden Groove zu zelebrieren. DARKTHRONE ist es definitiv gelungen, den Sound der Achtziger vollkommen in ihre Musik zu transportieren, ohne auf irgendeine Weise Kompromisse oder Anbiederungen einzugehen. Trotz der etwas geänderten Marschrichtung bleiben die Black Metal Ikonen sich selbst treu, so kann man vor allem das Schlagzeugspiel von Fenriz sofort wiedererkennen, wie auch so einige "frostige" Riffs von Nocturno.

Stichwort Riffs: diese klingen wirklich freier und relaxter, gerade hier zeigen sich am vordergründigsten die etwas "anderen" Einflüsse von DARKTHRONE. So ist dies eine ursprünglichere Black Metal Seite ohne einen einzigen Blastpart, dafür aber mit viel Rock'n'Roll Feeling, was sich auch in den Soli zeigt. Dadurch wirkt gerade dieses Album sehr erfrischend, ja ich behaupte sogar reizvoller als bspw. der direkte Vorgänger "Sardonic Wrath". Eröffnet wird eine der schwärzesten Platten mit dem stampfenden Opener "The Cult Of Goliath", welches wie so oft typische HELLHAMMER/CELTIC FROST Querverweise und auch einige feine Leads aufweist. Spätestens wenn Nocturno Culto mit seiner unbarmherzigen Stimme "Come on you fuckers!" ins Mikro brüllt, gibt es kein Halten mehr. Das zweite Stück "Too Old Too Cold" mit seinem punkigen Anfang ist bereits von der gleichnamigen Single bekannt und stellt auch den Song mit dem stärksten Rock Feeling dar. "Atomic Coming" klingt wie eine Kreuzung aus MOTÖRHEAD in ihren besten Tagen sowie urspünglichstem Thrash Metal, nur eben dunkler und energischer. Das nächste Stück "Graveyard Slut" war ebenfalls auf der Single enthalten, jedoch wurde die Albumversion von Fenriz eingesungen. Und dieser Song weist wieder einmal eine starke Nähe zu ganz alten CELTIC FROST auf, was nicht zuletzt an der Gesangsleistung liegt, welche stark an Thomas Gabriel Warrior angelehnt ist, inklusive dem kultigen "Uh". Das folgende "Underdogs And Overlords" ist dann wieder eher ein Black Metal Uptempo Hammer und hätte so auch auf dem letzten Album oder vielleicht auch "Total Death" stehen können. In dieser Mischung geht es durch das ganze Album, inklusive herrlich schleppender, doomiger Groove-Riffs, sowie einzelner Anleihen an die alten VENOM und BATHORY.

"The Cult Is Alive" ist eine sehr authentisch klingende Platte mit einfachem, energischem und ursprünglichstem Black Metal, welche trotz einiger Änderungen trotzdem noch die wichtigsten Markenzeichen von DARKTHRONE aufweist. Jetzt schon Kult! --metal.de

11. Odysseus & The Argonauts - sternschutzstaffel

12. Odysseus & The Argonauts - in case

Album: Nautic War King

Germany 2007


Dass das schöne Elbflorenz schon lange für seine kleine, aber feine Musikszene bekannt ist, muss ich an dieser Stelle nicht weiter betonen. Dennoch überrascht es mich immer wieder, wenn sich mir ein neues Highlight eröffnet. In diesem Falle trägt das Highlight den Namen "Odysseus & The Argonauts". Nach etlichen Konzerten hat sich das Trio endlich dazu entschlossen, mal nen Silberling pressen zulassen und unters Volk zu bringen. Der 2007er Output "Nautic War King" bringt feinsten Heavy Rock, mit nem Schuss Punkrock der alten Schule in den heimischen Player. Mir kam auch schon der Gedanke in den Sinn, ob die drei Dresdner nicht die unehelichen Kinder von Lemmy "Motörhead" Kilmister sind, zumindest drängt sich mir nach den ersten Hördurchläufen ein solches Hirngespinst gerne auf. Und genau aus diesem Grund, drücken die 6 Songs von Vorne bis Hinten und versprühen eine Spielfreude, dass es mir unmöglich erscheinen lässt die CD zu wechseln. Es macht Laune und in gewisser Weiße spricht da auch der Stolz des Lokalpatrioten aus mir, aber was solls, ich stehe dazu.

Mein Fazit: Odysseus & The Argonauts sind der beste Beweis dafür, dass Dresden mehr zu bieten hat als Studentenpop & Indierock. Und wer die Gelegenheit hat eine Show der Drei zu besuchen, sollte dem auch nachgehen, denn es wird sich in jedem Falle lohnen. Ansonsten bleibt mir nur noch darauf hinzuweisen, dass die Herren derzeit in anderen Formationen die Welt unsicher machen. Drops bearbeitet schon seit Jahren die Felle bei Beissert und Rocki legt mit seiner Band "Hattie Green" im Juno sein Debut vor. --Tobias

13. The Hollies - long cool woman in a black dress

Album: Distant Light

USA 1971


Long cool woman in a black dress ist ein Hit der nicht wirklich zu den Hollies passt und das gleiche gilt auch für das AlbumDistant Light. Es wirkt dunkler und in einem gewissen Maße auch härter als die frühen Werke der Band. Man kann schon fast von einem kleinen Juwel sprechen und man fragt sich im Nachhinein, warum die Band nicht bei diesem Stil geblieben ist? Wahrscheinlich ist es der Zeit geschulten, denn in den sechziger Jahren hat gerade der Sound der Jungs aus Liverpool den großen Teich überwunden und dies war wohl auch der Grund, warum die Hollies auf dessen Erfolgszug aufsprangen und es verpasst haben sich in den Siebzigern neu zu erfinden. Trotzdem trugen die Band und deren Hits ihren Teil zur Rockgeschichte bei. --Tobias


14. Cream - white room

Album: Wheels of Fire

USA 1968


Cream, die erste "Supergruppe" bestand aus Eric Clapton, Jack Bruce und Ginger Baker, alle phantastische Musiker. Zum ersten Mal gab es keine Rhythmusgruppe (Bruce und Baker als solches zu bezeichnen, wäre Frevel!), auf den lautstarken Auftritten der Band improvisierten alle drei(!). Und einiges davon ist auf diesem Doppelalbum eingefangen. Eine der LPs war im Studio aufgenommen, die andere live im "Fillmore West" in San Francisco.

Auf der Studioplatte können die Songs von Ginger Baker nicht recht überzeugen und auch "Sitting On Top Of The world", das Booker T. Jones für Albert King geschrieben hatte liegt etwas daneben. Obwohl es Clapton vermeidet, die Gitarre von Albert King zu kopieren (was auch nicht möglich wäre) ist es vor allem der Gesang von Jack Bruce, der irgendwie nicht passt: Er hat einfach keine Bluesstimme! Einige der selbstgeschriebenen Songs ("White Room", "Politician") wurden erfolgreiche Hits, obwohl Eigenkompositionen nicht gerade die Stärke von Cream waren (Von "Sunshine Of Your Love" vom hervorragenden Vorgängeralbum "Disreali Gears" einmal abgesehen) - jedenfalls in den Studioversionen. Auffallend ist die Anzahl der verschiedenen zum Teil exotischen Intrumente und Klänge, die von dem Trio benutzt wurden, hier wird auch die Handschrift des Produzenten (Papparlardi) deutlich, der zudem manches selbst spielte.

Was Cream so einzigartig machte war das Interpretieren von Eigen- und Fremdmaterial auf der Bühne. Die Liveplatte hat mit Robert Johnson's "Crossroads" und Willie Dixon's "Spoonful" zwei absolute Highlights zu bieten. "Crossroads" wurde zum archetypischen Clapton-Sound und so erfolgreich, dass Jahre später Lynyrd Skynyrd eine Version vorlegten, die mehr von Cream als von Johnson beeinflusst schien. Auf "Spoonful" mit seinen fast 17 Minuten zeigten Cream exemplarisch, wie man einen Song nur als Thema (Einleitung und Ende) nimmt, um dann loszuimprovisieren (heute würde man wohl "jammen" sagen). Dies ist ihnen geradezu brilliant gelungen. "Traintime" fällt etwas ab, während "Toad" beweist, welch hervorragender Schlagzeuger Ginger Baker ist, obwohl sein Solo doch etwas zu lang geriet.

Aus heutiger Sicht weiß man, dass Cream unzählige andere Bands beeinflusst haben, kaum eine dieser Gruppen erreichte jedoch das musikalische Niveau von Clapton, Bruce und Baker als psychedelisches Blues-Rock Power Trio. Übrigens ist die Klangqualität der Liveplatte ausgezeichnet, etwas das 1968 gar nicht selbstverständlich war! --rocktimes


15. Firebird - torn down

Album: Firebird

Great Britain 2000


Was ist denn eigentlich mit den Leuten von CARCASS los? Michael Amott sucht mit den SPIRITUAL BEGGARS sein Glück in der "Stoner Rock"-Ecke, während sich Bill Steer mit dem hier vorliegenden FIREBIRD-Debüt vollständig in die 70er beamt. Dort einmal mit seinen Kollegen Ludwig Witt (SPIRITUAL BEGGARS) und Leo Smee (CATHEDRAL) angekommen, ziehen sie sich nebst einiger Tüten erstmal ein paar Vinyl-Scheiben von Free und vor allem CREAM rein. Dann verschwinden sie im Original-70er-Jahre-Studio, schmeissen die Hammond-Orgel an und huldigen ihren Vorbildern mit Original-70er-Jahre-Rock:

Kaum Effekte, ausschweifende Gitarrensolis, wummernde Bassläufe, Handwerk pur eben. Das Feeling stimmt, leider ist bis auf das bedrückende "Bollard" und das verträumte "Through the fields" die Abwechslung ein wenig auf der Strecke geblieben, auch das Songwriting würde ich nicht gerade als spektakulär bezeichnen. In ihrer Konsequenz sind FIREBIRD allerdings schon fast zu bewundern, weshalb Liebhaber vergangener Zeiten sich selbst ein Urteil bilden sollten. Stellt sich nur noch die Frage, was als nächstes kommt. Steigt Jeff Walker bei URIAH HEEP ein?


16. Blues Explosion - mars, arizona

Album: Damage

USA 2004


Das gute alte LP-Zeitformat reicht doch voll aus für eine überzeugende Album-Botschaft. Mehr wird meist ermüdend und öde. 39:53 ist die Länge vonDamage", wo es zuerst scheint, als legten die Rolling Stones der frühen 70er wuchtig los. Aber dann schieben sich energische Electro-Drumbeats in den Rock, und Tricky-Sängerin Martina Topley-Bird säuselt sanft dazuYeah yeah yeah". Die Blues Explosion macht ihrem Namen mal wieder alle Ehre, entwickelt die bluesige Basis kraftvoll-ideenreich weiter, ohne dabei auf handgemachten Saitenspaß zu verzichten: Blues und Rock fürs 21. Jahrhundert, aber nicht in einer Schmalspurvariante à la Everlast. Diesmal flirten Jon Spencer und Co. mit Zauberern der digitalen Denkweise: David Holmes, Dan The Automator und DJ Shadow. Die liefern dark groovende Power, und Chuck D gibt dazu den abgedrehten Blues-Crooner. Zwölf Songs, die das Hirn durchblasen und die Haare elektrisch geladen aufstellen. Kurz und bündig:Damage" ist pure Kraft und großartig. --jazzthing

17. Groinchurn - bridges burn

Album: Fink

South Africa 1998


Groinchurn sind eine relativ unbekannte Grindcore-Combo aus Südafrika. Wenn sie weiterhin so gute CDs veröffentlichen, könnte sich das aber schnell ändern. Schon das Debüt "Sixtimesnine" konnte mich begeistern. Nun legen sie einen neuen Longplayer nach, der vor allem durch Spontanität und Spielfreude zu überzeugen weiß. Es gibt nur relativ wenige Grindbands, die gleichzeitig extrem, aber nicht nervend eintönig rüberkommen. Groinchurn gehören zu dieser Art Bands. Schon der Opener "Generic" macht deutlich, daß man von dieser CD mehr zu erwarten hat, als stumpfes Gebollere. Hier wird gegrooved, daß kein Auge trocken bleibt. Auf der CD befinden auch viele Midtemponummern, was ja eigentlich untypisch für eine Band dieses Genres sein sollte. Aber genau das ist der Schlüssel, um eine (Grind-)CD interessant zu halten: Abwechslung! Bei aller musikalischen Rebellion, wer kann sich eine halbe Stunde nur Blastbeats reinziehen? Nicht umsonst haben genau die Bands den Death Metal Boom überlebt, die sich weg vom Geknüppel hin zu Groove und Melodie entwickelt haben. Eben dieser Trend ist auch hier sichtbar. In den 21 Liedern wird so ziemlich alles verbraten, was den Metaller zur körperlichen Ertüchtigung im Moshpit anregt. Bestens geeignet zum Abreagieren. Obendrauf ein Zuckerguß aus coolen Licks, die sich auch mal bis ins Kleinhirn durcharbeiten und dort einnisten. Ich würde sogar behaupten, daß Groinchurn stark am Thron von Brutal Truth rütteln, welche mir mittlerweile zu sehr in Richtung "nur noch Lärm" tendieren. Trotz all der Eingängigkeit handelt es sich hier wie gesagt immer noch um eine Grindcore CD. Das heißt, wer sich mit Grunzen und Kreischen nicht wohl fühlt, wird wohl hier nicht glücklich werden. Der hartgesottenen Hörerschaft kann ich aber wärmstens empfehlen, den Spaß dieser CD nicht zu versäumen. --metal.de


18. Rigormortem - will of the black flame

Demo: The Fall of God's Empire

South African 2007


Ein gut verpacktes Demo, das Alles bietet was das schwarze Metaller-Herz begehrt. Zwar kommt die Produktion nur mit 3 Tracks daher, aber dafür haben es diese mehr als in sich. Es wird feinster ICE-Black Metal der Marke Marduk und Dark Funeral geboten, aber auch die Anleihen zu Bands wie Satyricon oder Immortal sind nicht zu überhören. Man darf gespannt sein, denn dieses Jahr soll das Debütalbum erscheinen, was übrigens auf den gleichen Namen hört, wie das 2008er Demo. Ich persönlich werde die Herren Vinter & Beleth weiter im Auge und Ohr behalten. --Tobias


19. Warthane - my nightmare

Album: The Gallows are Calling

South Africa 2008


Mit Warthane gibt es mal was nettes aus Südafrika! Die Band wurde anno 2004 von Sean Gouws (Guitars & Vocals) in der kleinen Stadt Alberton (nur wenige Kilometer von Johannesburg entfernt) gegründet und spiegelte anfangs noch seine große Vorliebe für Teutonen-Thrash (Kreator, Sodom & Destruction) wieder. 2006 gab es dann mitBlack Wings Of Tomorrow ein erstes Album. Erst danach stiegen mit Nazar Berezovsky (Guitar), Gavin Hockley (Drums) und Dieter Engel (Bass) neue Mitglieder ein, die - neben Sean - auch erstmals zum Songwriting beitrugen. Aufgrund ihrer Einflüsse aus Death und Black Metal veränderte sich der Sound des Vierers damit in Richtung extremeren Materials. Gut nachzuvollziehen ist dies schon auf dem AlbumopenerWhore Of Pharaohs, der sehr fix unterwegs ist und beim Gitarrenspiel schön die Extreme auslotet. Ansonsten hört man aber die Thrash-Roots von Sean bei vielen der Riffs mehr als nur durchschimmern, während er beim Gesang zwischen rauen Shouts und blackened Vocals variiert. Variation, insbesondere auch beim Tempo, scheint sowieso das Ding der Südafrikaner zu sein, denn von atmosphärischen Parts („Silent Plains Of Death) über schleppendes Mid-Tempo bis hin zu rasenden Parts findet ihr alles aufThe Gallows Are Calling, bevorzugterweise mit mehreren Wechseln während der Songs. Neben den 12 Titeln der CD liegt der Veröffentlichung auch eine Bonus-DVD bei, die neben einem Promo-Video (eher schlecht gemacht) auch den Mitschnitt eines Gigs in Südafrika zeigt, wo die Jungs sich sehr professionell geben. --obliveon.de


20. Betray The Emissary - a friend in the eyes of chaos

Album: In Memory Of Me

South Africa 2008


MitIn Memory Of Me bewiesen die Jungs von Betray the Emissary, daß Südafrika einiges an Talent zu bieten hat. Mittlerweile konnte die Band auch international Punkten und die Presse davon überzeugen, daß Melodic Death Metal nicht unbedingt aus skandinavischen Landen kommen muss. Zudem kommen die acht Songs auf einer derart fett produzierten Scheibe daher, dass es einen geradezu umhaut. Da wird in knapp 30 Minuten Spielzeit geprügelt, geschrien und gegrunzt, dass es die heimischen vier Wände angenehm zu erbeben bringt. Ich hoffe mal, dass die Herren sich bald dazu herablassen, mal die nächste Scheibe in Angriff zu nehmen, denn Zeit wird es ja langsam mal. -- Tobias


21. Andrew W.K. - party hard

Album: I Get Wet

USA 2001


Auf der Plattenhülle von I Get Wet tritt Andrew W.K. als der Inbegriff des New-York-City-Rock'n'Roll-Star auf: ein typischer plattnasiger Urmensch, auf dem Kopp einen Mopp aus fettigem Haar, der dann auch noch sein Gesicht verdeckt. Auf den ersten Blick könnte man schwören, dass da ein Star aus einer Werbekampagne zu sehen ist, die aus Gründen ironischer Verfremdung typische Metal-Rituale einsetzt. Aber dann bemerkt man diesen Ausdruck von stahlharter Entschlossenheit in W.K.s Augen. Und dann hörst du dieses Debütalbum und stellst fest, dass -- welch ein Wunder -- dieser 21 Jahre junge Mann den besten Rock'n'Roll der guten alten Schule abliefert, den man seit langem gehört hat.

Es klingt ein wenig so, als ob Van Halen sich mit den Beastie Boys anlegen, so ungefähr zu deren Licensed To Ill-Phase, und dann Elton John dazu am Klavier hämmert und Mötley Crüe die Drinks dazu brauen: Eine Sammlung mit zwölf Tracks mit unverfälschtem Rock höchster Ansprüche, der sich nicht an irgendeiner Vorstellung von Lo-Fi-"Punk" orientiert, sondern sich total auf die Durchschlagskraft einer fantastischen Melodie und einer Kiste Bier verlässt. Der unvergleichliche erste Song "Party Hard" legt die Marschroute fest. Aber siehe da, aus diesem Quell sprudelt noch mehr hervor: "Ready To Die", das aus einer Rockoper kommen könnte, die dekadente Sprengkraft von "Party 'til You Puke", der mit letzter Kraft vorgetragene Fanfarenstoß von "Don't Stop Living In The Red" -- allesamt verblüffende, ausgezeichnete Ausbrüche von urwüchsiger Echtheit.

Leg einen anderen Gang ein, Eminem: Da greifen Leute nach der Krone des White-Trash-Helden, und nach dem Sound von I Get Wet zu urteilen, kann sich Andrew W.K. ebenso heftig prügeln wie er Partys feiert. --Louis Pattison

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