18.11.2009
Playlist 22.11.09

01 Strapping Young lad - Far Beyond Metal
02 Devil Driver - Pray For Villains
03 Mastodon - Iron Tusk
04 Hermano - Kentucky
05 Transport League - Magnetic Star
06 Beissert - Panzerpapst
07 Pungent Stench - Shrunken And Mummified
08 Morbid Angel - Chapel Of Ghouls
09 Enslaved - Loke
10 Pantera - Fucking Hostile
11 Accept - Objection Overruled
12 Threshold - Pilot In The Sky Of Dreams
13 Sonata Arctica - Wolf & Raven
14 Sear Bliss - Thorns Of Deception
15 Klabautamann - Unter Baeumen
16 Secrets of the Moon - Versus
17 Saxon - Wheels Of Steel
18 Eläkeläiset - Ranttalihumppa (Run to the hills)

01. Strapping Young lad - Far Beyond Metal
Album: The New Black
Canada 2006

Schwer zu sagen, an wie vielen Alben Devin Townsend in den letzten zehn Jahren beteiligt war. Auf jeden Fall waren es viele. Sehr viele. Kein Wunder also, dass The New Black erst mal das letzte Lebenszeichen für längere Zeit bleiben soll, denn der Kanadier ist ausgepowert und will eine längere Pause einlegen. Als Abschiedsgruß schickt er mit diesem Strapping-Young-Lad-Werk eine erneut powervolle, mächtig nach vorne rockende und mit unzähligen Ideen gespickte Songsammlung ins Rennen, die musikalisch nicht weit entfernt ist von den älteren Werken, dabei aber deutlich positiver und weniger düster klingt. Der Albumtitel ist eben Programm: Das „neue Schwarz“ ist bunt, farbenfroh, streckenweise heller, und die Texte, die zu einem guten Teil vor allem den Heavy Metal feiern, haben nichts mehr von der Verzweiflung und Sinnsuche, die Herr Townsend in der Vergangenheit streckenweise verbreitet hat. Keine Frage: Fans des verrückten Professors müssen auch hier wieder zugreifen - Enttäuschung ausgeschlossen! -- Boris Kaiser

02. DevilDriver - Pray For Villains
Album: Pray For Villains
USA 2009

“Pray For Villains” ist das vierte Album von DevilDriver in ihrer siebenjährigen Bandgeschichte. “Musikalisch betrachtet, sind wir in dieser Zeit kontinuierlich gereift. Nicht nur, was das gemeinsame Songwriting angeht. Sondern vielmehr darin, herauszufinden, was einen guten Devildriver-Song überhaupt erst ausmacht”, sagt Frontman Dez Fafara.

Aber keine Angst, die Härte zieht sich nach wie vor wie ein roter Faden durch das ganze Album. Die 13 Stücke grooven aber und sind eingängig wie nie zuvor. Ja, “Pray For Villains” ist softer als seine Vorgänger, aber keineswegs per se soft. Und kommerziell schon gar nicht. Nur klappt es eben mit den Melodien besser, wie vor allem “Waiting For November”, sicherlich einer der mächtigsten Songs, den die Band je geschrieben hat, zeigt. Schufte, Sünder, Schurken, Antihelden ziehen sich, wie ein roter Faden durch die Lyrics von Songs, wie “Resurrection Blvd.”, “In the card”, “Forgivness is a six-gun” und natürlich dem Titeltrack, welcher nachfolgend zu hören und vorallem im wie ich finde genialen Zombie-Video zu sehen ist. Heavy ist die Scheibe ohne Frage, aber eben nicht härter, schneller, wasweissich. Überraschend mag das alles sein und vielleicht bei den ersten paar Durchläufen noch befremdlich wirken, aber diese Scheibe wächst. Und das Cover gleich mit…

Vor allem die Gitarrenarbeit braucht sich dieses Mal nicht zu verstecken. Äusserst beeindruckend, was die Jungs da in Sachen Melodien, Riffs und Soli raushauen. “Pray For Villains” ist die logische nächste Stufe in der Evolution der Teufelsfahrer. Die Band hat sich mehr oder weniger neu erfunden, ohne sich allzu krass zu verändern, aber der Teufel steckt eben oft im Detail. Jetzt wird die ganze Angelegenheit wieder spannend. Wenn DevilDriver weiter auf dem Fundament von “Pray For Villains” bauen, dann können wir uns in Zukunft noch über ein paar verdammt gute Alben der Amis freuen. Also Vorsicht beim Strasse überqueren, immer nach den Teufelsfahrern Ausschau halten. -- dravenstales.ch

03. Mastodon - Iron Tusk
Album: Leviathan
USA 2004

Es tut sich was in Amerika, und neben Metalcore und eher europäisch angehauchten Death-Metal-Sounds machen vor allem reichlich abgefahrene Truppen in der extremen US-Szene von sich reden. The Dillinger Escape Plan, Converge, Neurosis, die Schweden Meshuggah - und jetzt Mastodon, die allerdings wesentlich basischer zu Werke gehen und nicht verheimlichen können, dass in ihren Plattensammlungen auch alle Klassiker der Siebziger stehen. Dazu hat Leviathan - gespickt mit unzähligen, Sinn machenden Breaks - eine starke Voivod-Schlagseite verpasst bekommen, was die Truppe in Verbindung mit dem räudigen, aber guten Sound vor allem für sämtliche Psycho-Metal-Freaks interessant machen dürfte, die auch mit anderen Relapse-Records-Veröffentlichungen kein Problem haben. Wobei: Mastodon schaffen es sogar immer wieder, schöne, eingängige Melodien einzuflechten, die wie Blumen auf einem Betonacker anmuten und für die nötige Entspannung sorgen. Trotzdem: wirrer und irrer Stoff für Spezialisten und alle, die es werden wollen! --Boris Kaiser


04. Hermano - Kenntucky
Album:
...Into The Exam Room
USA 2007

Ob man beim Rezensieren eines Hermano Albums auf den Namen Kyuss verzichten kann?
Man kann, denn mit "...into the exam room" hält der in ganz Amerika zerstreute Haufen um Frontröhre John Garcia und Mainman David Angstrom nicht nur sein bisher stärkstes und abwechslungsreichstes Album zur Veröffentlichung parat, sondern definiert weiterhin völlig unbefangen eine ganz eigene Nische im weitläufigen Begriff "Rock", die man sich mit niemandem mehr teilen muss.
Ausschlaggebend für diese überschwängliche Begeisterung meinerseits sind vor allem die leisen, mitunter zarten Passagen, in denen Garcia den ganzen Charme seiner unglaublichen Stimme spielen lassen darf, um Hits wie "Out of key, but in the mood" oder "Hard working wall" die sprichwörtliche Krone aufzusetzen.
Aber auch die energisch rockende Seite Hermanos, entlässt so manchen etablierten Rockact mit straighten Knallern wie "Our desert home" oder "Left side bleeding" in die wohlverdiente Rente, lässt an den meisten noch existierenden "Stoner"- Rockern kein gutes Haar und zieht allen Reunion-Gerüchten ein für alle Mal die inzwischen fauligen Zähne.
Und auch wenn es Hermano in ganz seltenen Momenten wieder einfach zu leicht mit dem alten Hasen "Rock" nehmen und ihrem eigenen Maßstab entsprechend etwas Niveau vermissen lassen ("Exam Room") glüht aber in der Zerrissenheit von "Adoption boy" und der Coolness von "Don´t call your mama" hingegen so viel musikalische Leidenschaft, dass man vor Dankbarkeit niederknien möchte, um sich noch einmal gebührend beim Schöpfer der Welt für die Erfindung des Rock´n´Roll zu bedanken. -- bizarre-radio.de



05. The Transport League - Magnetic Star

Album: Superevil
Denmark 1998

Was einen hier überrollt, begann als Nebenprojekt, schließlich war Tony Jelenovich 1994 während der Aufnahmen zum TRANSPORT LEAGUE-Debüt 'Stallion Showcase' noch Sänger bei B>THONG. Mit der Veröffentlichung des Albums vor etwas mehr als einem Jahr kam’s zum endgültigen Bruch mit B>THONG (wie so oft waren musikalische Differenzen ausschlaggebend), und das war gut so, denn schon das TRANSPORT LEAGUE-Debüt offenbarte musikalische Qualitäten, die Jelenovich nie zuvor so auf den Punkt gebracht hatte. Feste Bandmitglieder wurden angeheuert. Mit 'Superevil' ist dem neuformierten Quartett nun ein Album gelungen, wie es besser nicht hätte ausfallen können.
Um mit der Fußballsprache zu sprechen: diese Scheibe geht genau dahin, wo es schmerzt. Und der Titel spricht Bände: aggressiv, kantig und vor allem druckvoll groovt sich der Vierer durch die elf Songs und hat dabei immer den einen oder anderen genialen Hook auf der Pfanne. 'Jesus Came Down' oder 'Magnetic Star' setzen hier Maßstäbe. Dieses Werk dringt in die Gehörgänge ein, als würde ein 40 Tonnen schwerer Truck auf Dich zurollen. Heavy und direkt wie sonst vielleicht nur ENTOMED entwickelt es sich dann zu einer Walze, die in der Lage ist, alles platt zu machen. TRANSPORT LEAGUE sind so, wie 'Schinken“-DANZIG immer schon sein wollte, nämlich 'Superevil'! Dieses Album kickt ass! Rock’n’Roll! -- intro.de

06. Beissert - Panzerpapst
Album: Nothin' Left to Luv
Germany 2007

Niemand erfindet das Rad neu, aber man ist dennoch versucht es besser zu machen. Das was mir seit Jahren in der Dresdner Musikszene fehlte war das Eigenständige und Gewagte, aber man wird eines Besseren belehrt. Herr Beissert und seine Mannen wenden das Blatt und bringen Spannung ins Spiel. Habe ich doch die Anfänge von Frontmann Sebastian doch schon bei Trojan verfolgen können, jener Heavy Metal Kapelle aus den mittleren Tagen der Neunziger. Und ich muss sagen es hat sich so einiges seit dem Ende der Formation geändert, denn gesanglich liegt das ganze Arrangement jetzt zwischen Danzig, Monster Magnet und Gwar. Was sich natürlich in der Musik wiederspiegelt. Von Doom alla Sons of Otis über Stoner alla Church Of Misery oder Electric Wizard bis Black N' Roll wie Celtic Frost, Lydia Laska oder Shining. Gerade Letztere spiegeln sich im 13 minütigen Session-Stück "Grímnismál" wieder, auch wenn ab und zu die Sphäre von The Soundtrack of our Lives gestriffen werden. Wenn ich "...nothin' left to luv!" in Worte fassen würde, dann fänden sich solche Begriffe wie Erde, Blut, Faustschlag, Nacht, Rinnstein, orangefarbene Straßenbeleuchtung, Rinde, Harz, ... auf der Liste. Und ich weiß, dass dies sehr eigenartig anmutet aber das sind das Quartett und sein letzter Output eben auch.
Fazit: Dies ist derzeit, die mit abstand interessanteste Band im Raum Dresden und ich bin der festen Überzeugung das Beissert auch in anderen Teilen Deutschlands und Europa gut Fuß fassen werden. Ich hoffe das sie der Linie treu bleiben und bald mit dem nächsten Album kommen. --Tobsucht

Anspieltip: Ausnahmslos alle Songs!

Nächste Gigs:

12. Dez. 2009 20:00 Bischofswerda - Eastclub
Toxic Holocaust + Goatwhore + Skeletonwitch + 13 Wars

24. Dez. 2009 23:00 Dresden
Zille - The Wild + Immoral + Excessive †-Mass Bacchanal

23. Jan. 2010 20:00 Halberstadt - Salut
Eisregen + Echoes Of Devastation

Myspace: http://www.myspace.com/beissert

07. Pungent Stench - Shrunken And Mummified Bitch
Album: Been Caught Buttering
Austria 1991

Trotz des technisch schwächelnden Vorgängers "For God Your Soul ... For Me Your Flesh" hatte sich damals mein Bruder im Jahre `91 den zweiten Longplayer zugelegt. Und siehe da, die Österreicher rumpeln weiter, aber in einem wesentlich besseren Gewand. Beim ersten hören der Scheibe, glaubte ich mich in einem Irrenhaus zu befinden, in dem durch die Boxen der Anstalt "Black Sabbath" brummt und der Anstaltsarzt im tiefsten "Österreichisch", einen dreckigen Witz erzählt. Was Pungent Stench mit "Been Caught Buttering" abliefern, ist astreiner Death Metal mit britischen und schwedischen Anleihen. Das es die Scheibe auf den Index schaffte liegt weniger an den äußert makabren Texten der drei Wiener Würstchen, sondern mehr an dem Cover-Artwork von Peter Witkin. Aber das gehört nun mal zu Pungent Stench, wie das Amen in die Kirche. Auf jeden Fall kann ich das zweite Album der Sickos aus Wien jeden ans Herz legen, der sich in Sachen, europäischen Death Metal weiterbilden möchte. --Tobsucht



08. Morbid Angel - Chapel Of Ghouls
Album: Altars Of Madness
USA 1989

MORBID ANGEL - eine Band mit dem gewissen Etwas. Durch ihre Alben erlangten sie absoluten Kultstatus und auch unter anderen Musikern werden sie geachtet. Angeführt und gegründet von einem Gitarrenvirtuosen, der sich Trey Azagthoth nennt, erblickte die Band anno 1984 das Licht der Welt und sicherte sich einen Platz neben Death Metal-Legenden wie Death oder Obituary. Schon 1987 wollte man das erste Album "Abominations Of Desolation" auf dem Markt schmeißen, aber Trey gefiel das Resultat noch nicht. So wurde dann ein neues Album eingeholzt, welches für Furore sorgen sollte und noch heute auf jeden guten Metal Altar gehört: "Altars Of Madness"! Sicher fragten sich die vier Mannen aus Florida, was man für einen genialen Death Metal-Cocktail benötigt. Die Antwort sollte Brutalität, eingängige Riffs, kranke Soli und vernichtendes Drumgewitter lauten. Dank Pete Sandoval, der schon zuvor mit Richard Brunelle bei Terrorizer den Klassiker World Downfall einprügelte, hat der geneigte Zuhörer nie wirklich eine Pause denn nur in den seltensten Fällen kommt es zu wirklich langsamen Passagen. Das schließt aber zum Glück nicht aus, dass es dennoch groovt. Ein paar okkultistische Lyrics dazu, was damals nun mal so "in" war, und noch eben mal im Morrisound Studio vorbeigeschaut, tata, schon erhält der kranke Engel seine Flügel - und Flügel musste dieses Album gehabt haben, denn wie im Sturm eroberte es erst die USA und im Nu Europa. Die legendäre "Grindcrusher Tour" mit MORBID ANGEL, Bolt Thrower, Napalm Death und Carcass 1989 sollte dies beweisen. Aber kommen wir doch auch mal auf das Musikalische zu sprechen... Da Death Metal zu dieser Zeit eigentlich noch eher in den Kinderschuhen steckte, vermischte sich das Ganze mit Black und Thrash Metal, aber dennoch klang der Sound ungewöhnlich. Sicher holte man sich Inspiration bei Bands wie Slayer oder Death, aber dennoch klangen (und klingen immernoch) MORBID ANGEL äußerst eigenständig. Die durch Effekte geprägten und atonalen Soli eines Azagthoth's spielen da eine ganz große Rolle, denn obwohl sie äußerst krank rüberkommen unterstützen sie die Songs und passen perfekt zur Struktur. Und wenn es dann mal etwas grooviger, nicht ruhiger, wird zeigt man eine weitere Vorliebe: hymnenhafte Riffs die mit der richtigen Begleitung von Gesang und Schlagzeug zu absoluten Brechern werden. Selbst die okkultistischen Texte unterschieden sich von den gewöhnlichen "god is a lie"- und "lucifer rising"-Lyrics, da es sich dabei nicht nur um die Verunglimpfung von Gott drehte, sondern auch mal um die sumerische Mythologie. Der Überbringer dieser Botschaften war dann David Vincent, bei dem sich viele Sänger heute noch etwas abgucken können: brutal klingen aber dennoch deutlich klar verstehbar. Da macht das Hören gleich doppelt viel Spaß, wenn man den Text auch ohne Booklet versteht. Einen Anspieltipp kann man nicht wirklich geben, denn die gesamte Scheibe ist durchgehend genial. Kein Aussetzer und kein Lückenfüller - gäbe es doch heute noch Bands mit solch einem Kaliber... "Altars Of Madness" begeisterte damals schon die Massen, obwohl man solch eine Brutalität zuvor nicht kannte, daher kann ich dieses Album allen Genre-Fremden und Neueinsteigern nur empfehlen, da es einfach einen gewissen Spirit verkörpert, der nur schwer zu beschreiben ist. Also, rauskramen, kaufen oder meinetwegen ausleihen - diese Platte muss man gehört haben, oder besser gesagt, gefühlt. -- Jay

09. Enslaved - Loke
Album: Frost
Norway 1994

Das zweite Album des Bergener Trios gilt in der Black Metal-Szene als die stärkste Enslaved-Scheibe. Kein Wunder, wirkt Frost doch als blackmetallische Ofenbarung. Wütende Gletscherblöcke stoßen unbarmherzig aus den Boxen und hinterlassen staunende Mäuler. Die Gitarren wurden bis zum Anschlag hochgepitcht, klingen aber dennoch kraftvoll und ertönen klar inmitten des Soundfeuerwerks. Schlagzeuger Trym läßt daran zweifeln, daß er tatsächlich ein Mensch aus Fleisch und Blut ist, so präzise, geschwind und unbarmherzig bearbeitet er sein Kit. Frontmann Grutle hat hart an seiner Stimme gearbeitet und kreischt prägnant und wirkungsvoll. Fürstlich ist das Songwriting, denn die Stücke gehen zugreifend und packend direkt ins Herz des Black Metal-Fans. Ein Meilenstein nordischer Schwarzkunst! --Wolf-Rüdiger Mühlmann

10. Pantera - Fucking Hostile
Album: Vulgar Display Of Power
USA 1992

Als möglicherweise härtestes Album, das jemals an die Spitze der Billboard-Album-Charts kletterte, bewies Panteras Vulgar Display Of Power, daß der Einfluss aus der Metal-Ecke selbst in einer Indie-dominierten Zeit nicht zu ignorieren war. Mit einer Mischung von beängstigenden, abrupt wechselnden Grooves a la Black Sabbath und simplen Speed-Metal-Riffs gelang Pantera ein düsteres, unbequemes Album, das schnelle und langsame Spielarten vereinte, ohne auf klischeehafte Temposprünge zurückgreifen zu müssen. Diamond Darrell spielt die Gitarre mit genau demselben Biß wie Metallica in ihren besten Tagen, während das Schreivermögen des Sängers Phil Anselmo jeden GBH-Fan zufriedenstellen dürfte. Dazu noch Vinnie Paul's vorwärtstreibende Attacken auf der Double-Bassdrum -- heraus kommt der heimliche Traum eines jeden Zahnarztes: Eine Platte, die die Plomben selbst aus dem stärksten Gebiss schüttelt. --Jon Wiederhorn

11. Accept - Objection Overruled
Album: Objection Overruled
Germany 1993

Was hat damals die Metalwelt dieser Reunion entgegengefiebert. ACCEPT, die einflussreichste Metalband Deutschlands zurück auf den Brettern, die die Welt bedeuten? Ja!!! Vorangegangen waren die Aussöhnungsgespräche zwischen den einzelnen Bandmitgliedern und der Plattenfirma und man kam zu dem Entschluss, ein weiteres Mal siedend heißen Solinger Stahl auf die Community abzuschießen. Dabei ließ man sich beim Komponieren der Songs Zeit, wollte man doch einen Schnellschuss tunlichst vermeiden, um nicht gleich wieder einen peinlichen Abgang in die Versenkung antreten zu müssen. Doch wie das nun mal so ist, haben ACCEPT noch nie ein wirklich schlechtes Album vorgelegt. Und so wurde "Objection Overruled" 1993 zu einem wahren Triumphzug. Dirkschneiders völlig melodiefreies Reibeisenorgan sägte wie in besten Zeiten, Hofmanns filigrane Klampfenartistik hob sich wie immer wohltuend aus dem Sumpf geschwindigkeitsgeiler Griffbrettwichser ab, Baltes pumpte stoisch in den tiefen Frequenzen und Kaufmanns erstklassig getimtes Drumming rundete eine Reunionscheibe nach Maß ab. Wuchtbrummen wie 'Objection Overruled', 'I Don´t Wanna Be Like You', 'All Or Nothing', 'Bulletproof', 'Sick, Dirty And Mean' und 'This One´s For You' atmen so viel Metal, dass die Lungenalveolen bleiern in den untersten Region der Lungenflügel ihr schweres Ende finden. Dazu kommt die ultratraurige Jahrhundertballade 'Amamos La Vida', die fernab aller Klischees die Tränensäcke mit Bestimmtheit ausquetscht. Der Sound bombt alles platt, die durchweg erstklassigen Arrangements schießen direkt ins zentrale Nervensystem, während die coole Aufmachung eine der besten und sinnigsten Reunions der Metalgeschichte besiegelte. Denn auch wenn die Jungs nach "Objection Overruled" nur noch zwei Scheiben zustande brachten und musikalisch die Blütezeit des Grunge und Nu Metal nicht überlebten, bleibt unter dem Strich ein Klassiker stehen, der den Göttergaben "Balls To The Wall", "Metal Heart" und "Russian Roulette" in nichts nachsteht. -- Alex Straka

12. Threshold - Pilot In The Sky Of Dreams
Album: Dead Reckoning
Great Britain 2007


Die kreative Hochphase reißt bei Threshold nicht ab. Zum vierten Mal in Folge liefern die Briten einen Progressive-Metal-Geniestreich ab, der sämtliche Nachahmer mühelos auf Distanz hält. Nach dem furiosen Debüt Wounded Land und einigen "nur" guten Werken veröffentlichte das Quintett seit dem 2001er Album Hypothetical nur noch makellose Überflieger, die mittlerweile sämtlichst als Genre-Klassiker gehandelt werden. Dead Reckoning reiht sich nahtlos in diese schillernde Trophäen-Galerie ein und vertraut dabei keineswegs nur auf bewährte Elemente. Death-Metal-Legende Dan Swanö veredelt einige Passagen mit dezenten Background-Growls, die Arrangements wurden noch vielseitiger als auf den letzten Scheiben strukturiert, und die anspruchsvolle Instrumentalarbeit der Herren Groom, West & Co. rockte noch nie so unaufdringlich und gleichzeitig zutiefst beeindruckend durch die Boxen. Die Basis des Threshold-Sounds sind und bleiben jedoch die unvergleichlichen Gesangsmelodien, die keine Szene-Band so ohrwürmelig auf die Kette bekommt. "Slipstream" oder "Elusive" sind perfekte Hymnen, die sich vor keinem Threshold-Evergreen verstecken müssen und ein gewaltiges Crossover-Potenzial offenbaren. Eine Platte mit Gänsehaut-Garantie! -- Michael Rensen

13. Sonata Arctica - Wolf & Raven
Album: Silence
Finland 2001

Finnland scheint derzeit ein recht guter Nährboden für junge, aufstrebende Melodic-Metal-Bands zu sein. Neben den sehr erfolgreichen Nightwish, spielt sich nun mit Sonata Arctica eine weitere finnische Formation mehr und mehr ins Rampenlicht und in die Herzen der Metal-Gemeinde. Die Fans stehen jedenfalls hinter der Truppe, was Leserumfragen mehrerer Fachgazetten eindrucksvoll bestätigen. Nach dem äußerst erfolgreichen Debüt Ecliptica und der Mini-CD Successor, bringt das Quintett nun mit Silence seine zweite vollständige Langrille in die Läden. Und auch dieses Werk besticht vorrangig durch schöne, zum Mitsingen einladende Kompositionen, die erstklassig in Szene gesetzt und in ein sauberes Soundgewand gebettet wurden. Sonata Arctica machen ihre Sache erneut sehr gut und können mit Silence qualitativ sogar zu ihren großen Vorbildern von Stratovarius aufschließen. Somit dürften die Finnen bald zur Speerspitze dieser musikalischen Bewegung zählen. Wie dem auch sei, Silence ist auf alle Fälle ein Muss für jeden Liebhaber von melodischer Metal-Kost! --Armin Schäfer

14. Sear Bliss - Thorns Of Deception
Album: The Arcane Odyssey

Hungary 2007

SEAR BLISS – eine Band, die bisher zu meinem Unverständnis nie wirklich über einen Underground-Status hinweg kommen konnte, bescheren uns im Herbst ihren neuen Longplayer, “The Arcane Odyssey”. Die fünf Ungarn zeichnen seit 1993, also bereits in den Anfängen allen Schwarzmetalls, verantwortlich für eine unvergleichbare Mischung aus melodischem Black Metal, teils tödlich angehaucht und hier und da in die doomige Ecke abschweifend. Das Besondere sind hierbei wohl die klassisch instrumentellen Arrangements unter der Verwendung einer Posaune und jene kommt eben nicht vom Band, sondern wird auch live vom Bandkollegen Zoltán Pál gespielt. Viel Gelaber, wenig Neues… kommen wir also nun zum neuen Album, „The Arcane Odyssey“.

Verdammte Scheiße noch eins! Das ist schon wieder so ein Album, welches man in nur 10 Zeilen nicht abzuhandeln weiß. Vielseitigkeit fordert eben ihren Tribut…
Wer SEAR BLISS schon vorher kannte, dürfte mir zumindest in dem Punkt zustimmen, dass diese Herren für alles andere als schnöden Black Metal der Marke 08/15 bekannt sind, viel mehr hingegen für ihren Hang zu Atmosphäre und hymnenhaften Kompositionen. Auf „The Arcane Odyssey“ hält man natürlich an diesem Konzept fest und geht sogar teils neue Wege. Diese kommen in keinster Weise einem Stilbruch gleich, sondern erweitern dieses unvergleichliche Klangspektrum um ein Vielfaches. Natürlich bekommen Fans gleich mit „Blood On The Milky Way“ [nein, hier handelt es sich nicht um einen Schokoriegel!] gewohnte Kost aufgetischt, wenngleich sich diese bereits eindrucksvoll in Szene zu setzen weiß, wenn es zur Mitte des Songs hin etwas ruhiger zur Sache geht. Dies tut zwar dem Moshfaktor einen gewissen Abbruch, wird aber über den Transport wunderschöner Melodien und Übergänge zwischen Posaune und Gitarren in über acht Minuten herrlich wettgemacht. Ein wenig ruhiger als auf vergangenen Alben scheint es hier generell abzugehen, denn mit „A Deathly Illusion“ folgt als zweiter Track ein ebenfalls tempoärmeres Stück… will man zunächst meinen, denn nach knapp 1,5 Minuten genießen wir knackige Midtempo-Doublebass-Läufe MOONSPELLscher Ausmaße aus den frühen Tagen der Portugiesen [„Wolfheart“]. Egal in welchem Song auf „The Arcane Odyssey“ wir uns befinden, SEAR BLISS sind und bleiben unverkennbar, der Allgegenwärtigkeit feinster Blasmusik sei Dank. Nicht wirklich neu aber dafür umso spannender sind die Erweiterungen in Richtung Doom zu verfolgen, die sich immer mal wieder während des Albums zeigen und so die Stilmittel, der sich hier bedient wird, sauber unterstreichen. Wo wir nun schon den Doom Metal mit eingebracht haben, nehmen wir auch gleich noch den Death Metal mit, denn rein stimmlich entfernt man sich ein wenig von eintönigem Krächzgesang und nimmt gern tiefere Töne auf. Auch hier lässt sich in gewisser Weise noch einmal der Vergleich zu MOONSPELL ziehen, denn ein Fernando Ribeiro würde diese Textzeilen wohl eben in genau dieser Tonlage perfekt rüberbringen können. So, zählen wir also einmal zusammen… wir haben Black Metal, Death Metal, Doom Metal, Blasmusik und immer wieder hörbare Einflüsse aus den Bereichen Atmospheric und Dark Metal. „Ist das nicht ein wenig zu viel des Guten?“, mag man sich fragen. NEIN! Auf keinen Fall! Es gibt nicht viele Bands, die verschiedenste Stilrichtungen so glaubhaft und souverän miteinander zu verknüpfen wissen. SEAR BLISS sind jedoch eine dieser Bands und das Ergebnis ist ein geradezu symbiotisches Aushängeschild, wie man es schaffen kann. Respekt, meine Herren!
Und wenn man meint, es geht nicht mehr verquerer, kommt plötzlich „Path To The Motherland“ daher. Im ersten Moment dachte ich, die erst kürzlich in die Playlist eingestreuten JETHRO TULL Songs nicht entfernt zu haben, aber doch schon nach einigen Sekunden wird klar, dass es sich hier nicht um „Bourée“, sondern immer noch um SEAR BLISS handelt. Mein absolutes Highlight dieses Albums! Eine schranzige Geige und eine absolut ver- und überspielte Querflöte sorgen hier in aller Minimalistik dennoch für ein gigantisch Spaßiges Hörerlebnis. Definitiv ein Track für den Repeat-Knopf an der Anlage. SEAR BLISS beschreiten hier neue Wege, von denen man sich bereits jetzt fürs nächste Album mehr wünscht. Gelungene Überraschung, vielen Dank dafür! -- Patrick Franken



15. Klabautamann - Unter Baeumen
Album: Merkur
Germany 2009

Ohne viel Tam-Tam, dafür aber mit umso mehr Begeisterung erweckender Neuware kehrt eine der interessantesten Institutionen Deutschlands zurück in meine Welt: War "Der Ort" schon ein Dauerrenner, könnten es KLABAUTAMANN mit ihrem dritten Output höchstwahrscheinlich schaffen, mich noch länger an eines ihrer Werke zu ketten. Heute hypnotisiert allein die abgerundete, im Sound-Fundament voluminöse Produktion, von dem Liedgut - zu welchem ich später komme - ganz zu schweigen. So glasklar - wie es in den zahlreichen [fast schon das gesamte Album tragenden!] cleanen E-Gitarren-Parts als auch den gänzlich stromlosen Passagen der Fall ist - und zugleich dermaßend einvernehmend geil habe ich bislang nur auf sehr wenigen, wenn nicht sogar keinen Platten der letzten Zeit wahrgenommen. Noch spektakulärer allerdings verläuft ihre Verschmelzung mit den Komposita, welche man einfach gehört haben muss. Egal ob ruhig dahingleitender Unplugged-Ausflug oder rasantes BM-Sägen, der Klang ist einfach perfekt. Mindestens auf demselben Niveau befinden sich die Songs selbst, bei denen der größte Unterschied zum Vorgänger erkennbar wird: Wesentlich mehr akustische Einsprengsel, mitunter jazziger oder bluesiger Natur. Sie bilden nicht nur einen angenehm fließend gestalteten Gegensatz zu den eiskalten voranstürmenden Gitarrenwirbelwinden, sondern zeigen auch auf, dass "Merkur" von sich unregelmäßig abwechselnden Crescendi und Decrescendi leben kann, ohne kalkuliert oder aufgesetzt zu wirken. Stücke wie "Stygian" breiten einem eine wahre Palette an verschiedenen Stimmungen aus, die sich allerdings - Achtung, Kunststück! - weder gegeneinander im Weg stehen noch wie aneinandergereiht hören lassen. Als Draufgabe gibt es eine Menge geile Melodie-Einfälle, für die so manche Combo foltern würde. Spätestens beim furiosen Finale zu "Herbsthauch" sollte klar sein, was die Stunde geschlagen hat, doch selbst dann lässt das Bonner Duo qualitativ nicht nach. Kein Wunder also, dass "Merkur" für mich für voraussichtlich lange Zeit eine große Rolle spielen wird. Vor Höhepunkten sprießt und spuckt der neue KLABAUTAMANN-Langläufer wie wirklich kaum ein anderes, stilistisch vergleichbares Werk dieser Tage. Wenn diese Mannen ihren klanglichen Siegeszug weiter so nahezu makellos fortsetzen können, kann so ziemlich alles auf deutschem Gebiet einpacken! -- Michael Bambas

16. Secrets of the Moon - Versus
Album: Antithesis
Germany 2007

Secrets of the Moon gedeihen seit Jahren und haben schon mit ihren bisherigen Veröffentlichungen deutlich gezeigt, dass sie eigentlich sehr reif sind. Nein, nicht für die Insel, sondern für den hartumkämpften Metalmarkt, mit dem man ja mittlerweile auch ganz gut „fahren“ kann. Genau solche Bands wie eben Secrets of the Moon zeigen, dass es nicht nur auf das undefinierbare Geschrei, schnelle 0815-Parts, „klimpa-keys“ und „Panda-Painting“ ankommt, wenn es sich um anspruchsvollen, melodischen als auch aggressiven Black Metal handeln soll. Man muss nicht schneller, extremer und furchteinflössender spielen, um dementsprechend zu klingen. „Antithesis” bietet kalte, emotionale und hypnotisierende Riffs, die auf eine sehr dunkle Art und Weise verfeinert und perfektioniert werden. Diese Art eines sog. Konzept-Albums wirkt auf mich sehr intensiv und eingängig. Einige der Stücke erinnern mich an die Phase bei Behemoth, die sich zwischen „Satanica“ und Thelema 6“ befand, natürlich im positiven Sinne. Unfassbar wie fies, aber nicht zu extrem eine Band wirken kann ohne sich dabei auf reine Knüppelei und Hyperspeed-Attacken zu konzentrieren. Eine wirklich „dunkle“ Atmosphäre, diese „Antithesis“! Fazit: Mit diesem Werk können sich Secrets of the Moon allemal erneut in der düsteren Metalwelt behaupten Jetzt erst recht gehört diese Combo zu den Ausnahme(n) (-Hoffnungen) des innovativen und okkulten Black Metal aus Deutschland. Um es mit den Worten vom Gitarristen sG zu beenden: „...musikalisch sind es die intensivsten und dichtesten Stücke, die wir je geschaffen haben...spirituelle Dunkelheit paart sich mit einem sehr progressiven Anspruch...“. Das ist doch mal ein Schlusswort! -- Arturek

17. Saxon - Wheels Of Steel
Album: Wheels Of Steel
Great Britain 1980

Rotzige und rauhe Heavy-Metal-Nummern bestimmen das Gesamtbild auf Wheels Of Steel, dem zweiten Album der englischen Metal-Legende Saxon, die neben bekannteren Bands wie Judas Priest und Iron Maiden die New Wave of British Heavy-Metal-Szene (kurz NWoBHM) entscheidend mit prägten. So erreichten Stücke wie "Motorcycle Man", "747 (Strangers In The Night)" oder "Wheels Of Steel" bereits Kultstatus und zählen auch heute noch zum Standard einer jeden Live-Show von Saxon. Aber auch das restliche Material kann durchweg überzeugen und besticht nicht zuletzt durch die außergewöhnliche Stimme von Ausnahmesänger Biff Byford, der in beinahe unglaublichen Höhen wildert. Die Instrumentalisten lassen ebenfalls nichts anbrennen, weshalb Wheels Of Steel seinem Ruf als Metal-Klassiker durchaus gerecht wird und neben Meilensteinen wie British Steel von Judas Priest und Iron Maidens Number Of The Beast einen Ehrenplatz in jeder Plattensammlung erhalten sollte. --Armin Schäfer

18. Eläkeläiset - Ranttalihumppa (Run to the hills)
Album: Pahvische
Finland 2002

Es gibt Breitengrade, in denen die dunkle Jahreszeit ihren Namen echt verdient hat. Eines der Länder, die im Dunkeln stehen, ist Finnland im hohen Norden Europas. Was aber machen die Leute dort, wenn vielleicht für zwei Stunden am Tag die gelbe Scheibe über den Horizont hervorlugt? Außer denen jetzt, die gerade neue Open-Source-Betriebssysteme schreiben, Handys produzieren oder in der Sauna ihre Vodkavorräte vernichten? Manche verfallen in Trübsal, andere werden vielleicht irre. Einige wenige greifen jedoch zu Regentonne und Gießkanne - pardon, Schlagzeug, Orgel und Akkordeon - und machen damit Musik, die ihresgleichen sucht. Es gibt mehrere solcher Gruppen, doch die bekanntesten und ausgeflipptesten sind zweifelsohne die vier Jecken vom Hofe des Humppa-Königs ("Humpaan Kunikaan Hovissa") alias Eläkeläiset, die auszogen, um der Welt nach Urwaldgesängen, Klassik, Rock, Jazz, usw. jetzt auch Humppa - besondere Merkmale: Schneller Zweiertakt mit dem Schlagzeugauftakt "dm-drrm-dm-dm", Polka-ähnlich - zu bringen, was ihnen mit ihrem neuen Album "Pahvische" einmal wieder vortrefflich gelungen ist. Was der Titel genau bedeutet, darüber sind sich nicht mal Finnisch-Kenner im Klaren. Daß man sich diese Musik nur in betrunkenem Zustand geben kann, falls man keine Folgeschäden davon tragen will, wissen die vier Bandmitglieder wohl selber, darum hat man sie nur bei wenigen Konzerten halbwegs nüchtern erlebt. Wie ernst ihnen ihre Sache ist, kann man z.B. daran erkennen, daß sie sich einmal auflösen wollten, als Frauen mit ihren kleinen Kindern zu den Konzerten kamen. Diese finden übrigens mitunter auch in Deutschland statt, die vier Jungs sind hierzulande also schon nicht wenig bekannt. Man beachte auch auf ihrer offiziellen Website die Beschreibung der vier Künstler inklusive ihrer Trinkfestigkeit ("tough drinker", "very tough trinker", "...likes different kinds of fats"). Vor dem Konzert oder der Aufnahme also kurz die Stimmen mit Vodka geölt und zwischendrin immer mal wieder nachgeladen ("We need more vodka on the stage!"), läßt es sich umso besser grölen, wilde Solos spielen und mitten im Lied in Gelächter ausbrechen ("Humpaaa-hahahaha hai hai hai!"). "Pahvische" kommt einher mit Ver(un)staltungen von Songs wie "Lauren Caught My Eye" von Crash, was auf Finnisch dann "Kiitokset Humpasta" heißt, oder B-B-B-"Bingohon" alias "F-F-F-Falling" von Rasmus. Der Zusammenhang zwischen Original und der jew. Humppa ist aufgrund der melodischen Ähnlichkeiten mehr oder weniger eindeutig. Bei anderen Liedern wie "Domino Dancing" von den Pet Shop Boys oder von Scooter "Harder, Faster, Scooter" ist die Identifizierung ("Jenkkapolkkahumppa") schon nicht mehr so eindeutig, mit viel Fantasie ist jedoch fast alles möglich. Es kommt jedoch noch besser: Spätestens, nachdem man sich "Humppastara" (Harpo - "Moviestar") oder "Humppauskonto" (Cher - "Believe") angehört hat, sind die Lachmuskeln erschlafft. Auf dem Album sind zwar längst nicht alle Werke zu finden, die Eläkeläiset je erbracht hat, wer jedoch die Zeit hat, sich in Filesharing-Programmen kundig zu machen, wird dort ganz bestimmt in irgendeiner Art fündig. Man kann übrigens irgendwann schon mal mitsingen, aber verstehen, was die wirklich meinen, ist etwas schwieriger. Naja, ist vielleicht besser so. Nicht auf dem Album, aber kürzlich auch im Internet gefunden, ein Indiz dafür, wohin zuviel Lichtentzug bzw. Vodkakonsum noch führen kann: "The next song is our last song. It is a description of our sexual capabilities. It is called Nothing-humppa." - es folgt "Panojenkka" alias "Macarena"... --Georg Reuther

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