01. Avenged Sevenfold - Beast And The Harlot
02. Savatage - Gutter Ballet
03. Judas Priest - Dissident Aggressor
04. Airborne - Too Much, Too Young, Too Fast
05. Guns N' Roses - Mr. Brownstone
06. Samael - Baphomet's Throne
07. The Vision Bleak - Kutulu!
08. The Konsortium - Gasmask Prince
09. Impaled - Tourette's (Nirvana Cover)
10. Throat-Cut - Retaliate
11. Rob Zombie - Superbeast
12. Clutch - Electric Worry
13. Church Of Misery - Megalomania (Herbert Mullin)
14. Keep of Kalessin - A New Empire's Birth
15. Die Apokalyptischen Reiter - Friede sei mit dir
16. Dog Fashion Disco - 100 Suicides
17. Sacred Reich - Surf Nicaragua
18. Stam1na - Hammasratas
19. ZZ Top - La Grange
20. Tenacious D - Beezelboss (the final showdown)
01. Avenged Sevenfold - Beast And The Harlot
Album: City of Evil
USA 2005
Was für ein Spaß! Avenged Sevenfold sind die neuen The Darkness, augenzwinkernde Poser mit hervorragendem spieltechnischem Background und fast schon kindlicher Freude am Einreißen von Genregrenzen.
Die Band aus Los Angeles kommt eigentlich aus der Hardcore-Ecke, löst sich aber auf ihrem dritten, mit einem fetten Grinsen City Of Evil betitelten Album fast völlig von ihren Wurzeln und überrascht mit einer der frischesten Crossover-Mischungen der letzten Jahre. Freakiger, supertighter Verrückten-Metal à la System Of A Down trifft auf doppelläufige Iron-Maiden-Leadgitarren, überbordenden Bombast-Kitsch von Manowar-Format, grandiose Akustikgitarrensoli, zum Brüllen komische Klischeetexte und Kindergarten-Refrains, wie sie sich nicht einmal Hammerfall- und Helloween-Klons zu singen trauen. Zusammengehalten wird die ganze Geschichte von einer absolut sattelfesten Rhythmusabteilung, die jeden abrupten Schlenker problemlos mitmacht und in dem lustig-chaotischen Wirrwarr sogar noch die Zeit und Muße findet, um richtig schön fett draufloszubraten. Die teils arg süßlichen Gesangslinien sind zwar verschärft Geschmackssache, aber wer an The Darkness das Überdrehte und am True Metal das Pathos liebt, wird City Of Evil vergöttern. -- Michael Rensen
02. Savatage - Gutter Ballet
Album: Gutter Ballet
USA 1987
Mit Gutter Ballet legten Savatage ein Album vor, das neben dem Vorgänger Hall Of The Mountain King und der nachfolgenden Rock-Oper Streets zu den gelungensten Scheiben der legendären Chris (Gitarre) und Jon Oliva (Vocals + Piano) Ära zählt. Doch es lastete ein Fluch auf der Band und Savatage gelangten nicht über den Status eines Insidertips hinaus. Völlig unverständlich, denn alle genannten Alben besitzen Songs der Extraklasse. So ist der Titeltrack ein monumentales Stück Bandgeschichte, das neben einer ungeheuren Portion Bombast auch eine grandiose Melodie und genau den richtigen Härtegrad besitzt. Nicht minder erwähnenswert ist die Ballade "When The Crowds are gone" die nicht nur lyrisch genau ins Herz aller Melodic Metal Fans trifft. Nur wenige Kompositionen besitzen auch nur annähernd eine derartige Klasse und letztenendes erreichen Savatage auf Gutter Ballet diese Qualität selbst kein drittes mal. Allerdings brauchen sich Tracks wie "Of Rage And War", "Hounds" oder auch "Summer´s Rain" keinesfalls zu verstecken und so mancher Musiker wäre froh etwas derartiges umzusetzen. Sehr traurig ist, daß erst der Tod von Chris Oliva die Welt wachrüttelte und durch Jon Olivas Abschiedsgruß A Handful Of Rain nachträglich der Verkauf dieser alten Meisterwerke angekurbelt wurde.--Michael Hilscher
03. Judas Priest - Dissident Aggressor
Album: Sin After Sin
USA 1977
Nach ihrem grandiosen zweiten Album Sad Wings Of Destiny (76) dauerte es nicht lange, bis der Brachenriese CBS die Metal-Pioniere Judas Priest in seinen Stall holte. Mit Deep Purple-Basser Roger Glover an den Klangreglern und Star-Drummer Simon Phillips hinter der Schießbude nahmen die Briten '77 ihren dritten Longplayer Sin After Sin auf, der nahtlos an das hohe Niveau von Sad Wings Of Destiny anknüpft. Mit dem fulminanten Opener "Sinner" und dem Joan Baez-Cover "Diamonds And Rust" (natürlich deutlich heftiger runtergerockt als das Original) sind zwar nur zwei Alltime-Priest-Classics vertreten, doch die restlichen, heute zu Unrecht nahezu in Vergessenheit geratenen Nummern klingen kaum schwächer und präsentieren Priest so abwechslungsreich und atmosphärisch wie nie zuvor. Kein Wunder, dass die Birminghamer mit dieser Scheibe die britischen Charts knackten und sogar in Amerika einen Fuß in die Tür bekamen. --Michael Rensen
04. Airborne - Too Much, Too Young, Too Fast
Album: Runnin Wild
Australia 2007
Airbourne werden bereits seit ihren ersten Gigs als die einzig legitimen Erben der großen AC/DC gehandelt, und tatsächlich ist seit vielen Jahren niemand mehr mit einer derartigen Vehemenz in die übergroßen Fußstapfen des Young-Clans getreten wie diese vier australischen Jungspunde.
Schon wenige Takte des fulminanten Openers "Stand Up For Rock´n´Roll" reichen aus, um selbst den lahmsten Sesselpupser in ein wild tanzendes und grölendes Hardrock-Monster zu verwandeln. Airbourne besitzen einen ähnlich hohen Arschtritt-Faktor wie die frühen Backyard Babies, klingen aber noch intensiver und roher. Riffs, Soli, Beats und das furiose Kreischen von Fronter Joel O´Keeffe atmen zu jeder Sekunde AC/DC-Flair, ohne dass das Quartett jemals zu offensichtlich bei seinen großen Vorbildern abkupfert. Ein ruppiger Gossenrock-Hit reiht sich an den nächsten, die Ohrwürmer geben sich breit grinsend die Klinke in die Hand, und obwohl Runnin´ Wild erst das zweite Airbourne-Album ist, schnoddern sich die Jungs mit einer selbstbewussten Souveränität durch ihr Programm, die selbst Angus und Malcolm Respekt abverlangen dürfte. -- Michael Rensen
05. Guns N' Roses - Mr. Brownstone
Album: Appetite for Destruction
USA 1987
Dieses Album gab bereits einen Vorgeschmack auf zukünftige Ereignisse, und damit ist nicht sein Einfluss oder die millionenfache Auflage gemeint. In "Out ta Get Me", diesem Protestschrei eines "armen" kleinen reichen Jungen, deutet bereits alles darauf hin, daß Axl Roses Selbstverliebtheit und Opferkomplex ihm bald über den Kopf wachsen würden.
Nichtsdestotrotz ist Appetite mit seiner verkaterten, unberechenbaren Mischung aus Punk und Metal mehr als nur ein Symbol seiner Zeit. Ob G'N'R mit "Mr. Brownstone" tanzen, einen pubertären Abschiedsbrief an irgendeine Michelle kritzeln, oder auf fremden Sofas kollabieren, immer ist und bleibt es eine wilde Reise ins Innere des amerikanischen Traumes -- oder wenigstens zu einer Hollywood-Version davon. --Rickey Wright
06.Samael - Baphomet's Throne
Album: Ceremony of Opposites
Switzerland 1994
Mit ihrem dritten Album (veröffentlicht 1994) ist den Schweizern Samael ein enormer Quantensprung gelungen. Zwar sind die Celtic Frost-/Hellhammer-Einflüsse noch immer herauszuhören, aber in technischer und songschreiberischer Hinsicht ist der Band der ganz große Wurf zu bescheinigen.
Ceremonys Of Opposites ist schwarz wie die Nacht, sarkastisch und antichristlich -- und verströmt ein abgrundtief böses Feeling. Die Riffs schneiden sich tief ins Fleisch, die Breaks passen wie die Faust aufs Auge, die Produktion ist voluminös und druckvoll. Zudem setzen Samael einen musikalischen Gegenpol zum Norweger-Trend, der zu jener Zeit regelrecht ausuferte. Anstatt neue Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen, dominiert bei den Schweizern wuchtiges Midtempo. Und: Die Texte haben es in sich. Das Stück "To Our Martyrs", in dem Frontmann Vorphalack der Jungfrau Maria und ihrem Sohn nur Schlechtes wünscht, führte dazu, dass eine Elterninitiative mit juristischer Hilfe erreichte, dass diese CD zeitweise auf den Index gesetzt und beim Label beschlagnahmt wurde. Soviel zum Thema freie Meinungsäußerung und Glaubensfreiheit. Glücklicherweise war das Verbot nicht von langem Bestand, so dass dieser Meilenstein des Black Metal wieder problemlos erhältlich ist. --Wolf-Rüdiger Mühlmann
07.The Vision Bleak - Kutulu!
Album: Carpathia
Germany 2005
Das The Vision Bleak musikalisch brillant sind und eine Menge guter Ideen haben, hat schon das Debutalbum der Ex-Empyrium-Mannen um Konstanz und Schwadorf gezeigt. Das nun mit dem zweiten Werk "Carpathia" das bis dato beste Düstermetal-Album des Jahres 2005 vorliegt, hätte man sich zwar erhoffen dürfen, erwarten konnte man es nicht unbedingt.
Die theatralische Grundidee des Debuts wurde übernommen, immer noch kommen aus allen Ecken und Enden Bilder vor des Hörers Augen, die an die Gruselfilme der 30er Jahre erinnern. Doch "Carpathia" geht noch diverse Schritte weiter. Zunächst einmal wurde ein echtes kleines Orchester engagiert, was den Streichern nochmehr Pathos und Intensität verleiht, gleichzeitig wurde die Produktionsqualität um ein vielfaches verbessert, so daß man hier von einem der bestproduzierten Alben dieses Genres sprechen darf. Jeder Ton sitzt, die Gitarren sind weit fetter und härter als auf dem Debut, und gleichzeitig wurden auch die kitschigen und bombastischen Elemente verstärkt. Größer, höher, härter – und auch schneller. Stellenweise hat man das Gefühl, der Death Metal von anfang der 90er sei auferstanden, gleich darauf wiederum klingt man wie moderner Gothic. Stilistische Gratwanderung vom Allerfeinsten ist das, was "Carpathia" bietet. Zumindest für echte Insider, die den Erfinder der Horrorliteratur, H.P. Lovecraft, schätzen, verwundert der Titel "Carpathia" etwas, da sich sowohl textlich als auch vom Gesamtkonzept her die Lyrics des Albums eher an den monströsen Kurzgeschichten Lovecrafts orientieren als an Graf Dracula, aber das macht dem normalen Musikkonsumenten auch nichts.
Um darauf etwas näher einzugehen: Die Mythengestalten, die Lovecraft in den 20er und 30er Jahren des 20.Jahrhunderts erschuf, waren schon immer Bestand insbesondere der Gothic und der Metal-Szene. Egal of Rage mit "Shadow Out Of Time", Metallica mit "The Call Of Ktulu" und "The Thing That Should Not Be", Cradle Of Filth mit "Cthulhu Dawn" um nur ein paar besonders prominente Beispiele zu nennen – Lovecrafts Mythengestalten und die Titel seiner Kurzgeschichten wurden schon immer adaptiert. Mit "Kutulu!" macht The Vision Bleak aber das Meisterstück dieser Adaptionen, sogar der bei Lovecraft unvermeidbare Invokationsruf "Iä!" wurde benutzt. Auch der Titel des besten Songs des Albums, "Dreams in The Witch House", stammt ursprünglich von Lovecraft. Doch bei niemandem klangen die Vertonungen dieser Mythen so echt, so angsteinflößend und so brillant wie bei The Vision Bleak. Hauptsächlich in schnellerem Tempo gehalten, mit orientalischen Einsprengseln durchsetzt ("The Curse Of Arabia" – höchstwahrscheinlich eine Anspielung auf Abdul Alhazred, ebenfalls eine Kreation von Lovecraft), mit rasenden, fast Black Metal-artigen Einsprengseln oder auch mit geisterhaften Frauenstimmen angereichert (Sister Najade) – dieses Album ist grandios. --The Wendigo
08. The Konsortium - Gasmask Prince
Album: Demo
Norway 2008
"Weltschmerz mit Blastbeats", so lautet die Umschreibung von The Konsortium, der neue Stern am norwegischen Avantgarde-Metal-Firmament. Vier Songs die es definitiv in sich haben und mich dazu veranlassten, diese kleine Scheibe ständig am rotieren zu halten. Und das soll was heißen. Wer sich jahrelang mit Arcturus, Ulver & Co. den Gehörgang freibläst, entwickelt eine solche Affinität zu dieser Musik, das man einfach nichts drüber kommen lässt. Ja geradezu verwöhnt ist. Doch manchmal kommt es anders und zweitens als man denkt. Wer mit Ved Buens Ende, Dodheimsgard und eben erwähnten Ulver etwas anfangen kann, der liegt bei dem Quartett aus dem hohen Norden vollkommen richtig. Nun bleibt zu hoffen das es das Debüt-Album, was dieses Jahr erscheinen soll, den einmal aufgestellten Ansprüchen genüge tut. Aber es wäre auch nicht das erste mal, dass uns Bands einen Output vor die Füße werfen, wir faszinierend dieses kleine Juwel anstarren und derweil verschwinden die Täter in der Versengung. Da heißt es warten, lauschen und hoffen. --Tobsucht
09. Impaled – Tourette's (Nirvana Cover)
Album: Medical Waste
USA 2003
Das Cover erinnert irgendwie mächtig an CARCASS. Die Rede ist von der neuen EP von IMPALED, der Grinddeathfront aus den Staaten. "Medical Waste" nennt sich, das für EP-Verhältnisse, mit 11 Songs doch recht lang geratene Hörvergnügen. Auch dieser Silberling steht ganz unter dem Motto "jeder Arzt ist ein Schlächter", wie auch schon ihre vier Vorgängeralben. Mit 11 Songs versucht sich nun das technisch in Höchstform befindende Line-Up, welches auch merklich CARCASS über die Schultern geguckt hat, dem Hörer das Fürchten zu lehren. Vor 10 Jahren wäre ihnen das auch ohne Zweifel gelungen. Mittlerweile tun sich die Herren von IMPALED etwas schwerer, die gewollte kranke Gänsehautstimmung zu vermitteln. Die Songs, sehr wohl gelungen, zerfetzen in angemessener Lautstärke jeden Tieftöner und haben zudem auch noch einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Für wahre Die-Hard-Fans wirds aber wohl nicht so ganz reichen. Hier sind die Jungs etwas zu schwach auf der Brust. Lediglich dem Sänger kennt man die Aggression an, die er uns vermitteln will. Wie dem auch sei, IMPALED operieren hier an keinem Frischfleisch, was man ziemlich früh merkt. Dies ist aber auch das einzige Manko, welches die Band hier aufweist. Wer damit leben kann und wer auf überraschend rockige Coverversionen von NIRVANA, CARCASS, IMPETIGO und DEADBOLT nicht verzichten will, der kann bei "Medical Waste" ohne jegliches schlechtes Gewissen durchaus mal ein Ohr, oder auch Zwei riskieren. --Quelle: Metal.de
09. Throat-Cut - Retaliate
Album: War Criminal
Germany 2009
Das was mir in den Sinn kam, als die ersten Töne von Throat-Cut und ihrem Output „War Criminal“ durch meine Gehörgänge schossen, war die erstaunliche gute Produktion, denn die herausragenden Ansätzen des 2006er Demos „End Of The Line“ wurden weiter geführt und zu einem großen Ganzen zusammengefügt. Da aber die Produktion nicht alles ist, fällt natürlich das Hauptaugenmerk auf die Musik, des Goslarer Vierers. Da ich es nicht sonderlich begrüße Bands in Schubladen zu stecken, es aber für den einen oder anderen trotzdem nützlich ist, bin ich mal kurz über meinen Schatten gesprungen und sage es kurz und knapp. Der Stil von Throat-Cut liegt irgendwo zwischen wie Orth, Bolt Thrower, Dying Fetus & Crowbar. Tja, so sieht es aus. Nicht mehr und nicht weniger. Was seit 1998 kräftig Wurzeln schlug, wuchs im Laufe der Zeit (incl. mehrerer Besetzungs- & Stilwechsel) zu einer Einheit mit einem eigenständigen Sound zusammen. Der Wechsel zwischen Blastbeats und groovigen Parts, Basslastigen Arrangements und den tiefen Growls von Frontmann Marcus lassen ein wohliges Gefühl an alte Zeiten aufleben. Speziell der Zeitraum um Anfang bis Mitte`90, wo die Death Metal-Szene ihren Höhepunkt erreichte und der Trash Metal gerade seine Renaissance feierte. Da waren Illdisposed, Pungent Stench und Pantera meine Helden und zu meinem Glück steckt das Eine oder Andere meiner Idole auch in dem Toruette-Quartett aus Goslar. Was mich positiv überraschte ist der Umstand das auch deutsch-sprachige Songs auf dem Debüt zu finden sind. Was in dem Genre eher unüblich ist, da man ja hauptsächlich von amerikanischer Kost verwöhnt wird, die aber Marcus mit seiner Erfahrung bei Drecksau locker wettmacht. Das einzige Problem was ich mit „War Criminal“ habe, ist die Länge von gerade mal 27:34 Minuten, aber für solche Fälle kann man sich ja auf der Bandhomepage noch kostenlos das Demo „End of the Line“ herunterladen und sich zu Gemüte führen.
Fazit:
Alles in Allem kann ich euch diesen Silberling nur wärmstens ans Herzen legen und darauf verweisen, die Augen und Ohren offen zu halten, denn von dieser Band wird man noch einiges sehen und hören. Ich bin schon mächtig gespannt, was Throat-Cut für uns in Zukunft bereit hält.
Anspieltip: Retaliate, Kondemnazion, Death Construct, Störsyndrom
Homepage: www.throat-cut.com
Myspace: www.myspace.com/throatcut
10. Rob Zombie - Superbeast
Album: Hellbilly Deluxe
USA 1994
Über das Debüt des Zombies will ich hier gar keine großen Worte verlieren, dazu gibt es schon ein Review bei metal.de. Zusammengefasst kann man nur sagen, dass es wohl eine der besten Entscheidungen von Rob war, dem eigenwilligen, rotzigen Alternative Metal von WHITE ZOMBIE eine gewaltige Industrial-Kur zu verpassen, die vorher schon vorhandenen elektronischen Elemente nochmal kräftig aufzumotzen und alles zu einer unverwechselbaren, schweinemäßig rockenden Coolness-Bombe zu verpacken.
"Hellbilly Deluxe" ist 200% Energie, 200% Adrenalin und 200% Metal-Entertainment vom Feinsten. Nachdem es bereits 2003 in Form von "Past, Present & Future" eine Werkschau auf das bisherige audio-visuelle Schaffen vom Zombie gegeben hat, liegt das Album nun seit 2005 in einer unschlagbaren Version vor: Verpackt in einem liebevoll aufgemachten Doppel-Digipak bekommt man das Album für den CD-Player UND den DVD-Player! Ja, richtig gelesen, das ganze Album kann man sich jetzt nicht nur durch die Gehörgänge pfeifen, sondern auch auf die Netzhäute scheinen lassen. Angefangen von "Call Of The Zombie" bis zu "The Beginning Of The End" gibt es nun zu jedem Song ein Video.
Unvergessliche Highlights sind dabei der herrliche Matinee-Horror von "Dragula", die infernalische Live-Atmosphäre einer typischen Rob-Zombie-Show und der Japan-Trash-Faktor vom bisher unveröffentlichten Video zu "The Ballad Of Resurrection Joe And Rosa Whore".
Oben drauf gibt es zwei weitere, unveröffentlichte Videos zu den Remixen von "Living Dead Girl" und "Return Of The Phantom Stranger". Produzent und Regisseur der Videos ist natürlich kein geringerer als Horrorfan Rob persönlich.
Warum kann es sowas nicht mal öfters geben? Hoffentlich gibt es auch bald eine solche Deluxe Version vom Nachfolger "The Sinister Urge".
Mit "Hellbilly Deluxe" zeigte Rob Zombie ganz klar, dass er einer der coolsten Typen im Metalgeschäft ist. Wer den Knall noch nicht gehört haben sollte, der greife zu dieser Deluxe Edition des grandiosen Debüts! --Quelle: Metal.de
11. Clutch - Electric Worry
Album: From Beale Street To Oblivion
USA 2007
Irgendwie habe ich bei CLUTCH das Gefühl, dass sie mit jedem neuen Album ein paar Jahre weiter zurück in der Zeit reisen und nicht, wie viele Kollegen, stets nach vorne schauen. "From Beale Street To Oblivion" ist Retro pur. Mehr 70er Jahre geht schon fast gar nicht mehr auf einem einzigen Album, das 2007 in die kiffende Meute geworfen wird. Angefangen haben CLUTCH mit Noise Rock, tobten sich dann in der Stoner-Ecke aus, entdeckten danach den Blues für sich und gelangen nun immer mehr in reinrassige Retro-Rock-Gefilde.
Lasst die Hammond sprechen! Die alte Jaulorgel wird gerne und viel auf "From Beale Street To Oblivion" verwendet. In Kombination mit groovigem Rock und den immer noch vorhandenen Blues-Rock-Einflüssen, kreieren CLUTCH ein Werk, dass irgendwo in der Schnittmenge zwischen LED ZEPPELIN, KYUSS, LYNYRD SKYNYRD und BLACK SABBATH anzusiedeln ist, und das auch noch absolut überzeugend. Würde auf dem Album nicht 2007 stehen und wäre der Sound nicht dem heutigen Standard entsprechend sauber, könnte man die Scheibe glatt als 30 Jahre alte Veröffentlichung anpreisen. Na klar ist der Sound auch an damalige Zeiten angelehnt, von High-Tech-Spinnerei gibt es auf "From Beale Street To Oblivion" nichts zu hören und trotzdem haben CLUTCH darauf geachtet, dass alles fein säuberlich ausgesteuert ist. Super klare, aber trotzdem absolut vollmundige Gitarren, ein Schlagzeug, dass herrlich nach Mikro-aufgestellt-und-los-geht's klingt, ein wummernder Bass, der vorzüglich ins Konstrukt passt und dann natürlich Sänger Neil Fallon, der eine phantastische Entwicklung hinter sich hat. Vom aggressiven Schreihals früherer Veröffentlichungen ist nicht mal mehr die kleinste Spur vorhanden. Der Typ ist ein verdammter Gesangs-Hippie geworden. Man kann es förmlich vor sich sehen, wie Fallon mit einer Kippe zwischen den Fingern am Mikro steht, seine Parts einsingt und zwischendurch immer mal einen Zug vom Lungentorpedo nimmt. Einmalig!
Leute, steht ihr auf geilen Rock, der in die Beine geht? Habt ihr Bock auf einen coolen Trip zurück in der Zeit? Habt ihr Interesse an einer Band, die sich seit über 15 Jahren zunehmend zum positiven hin entwickelt? Wollt ihr einfach mal wieder richtig coole Mucke hören, bei der selbst euer 50jähriger Hippie-Nachbar hellhörig werden wird? Ja? Dann müsst ihr euch CLUTCH reinziehen! Es lohnt sich! --Quelle: Metal.de
12. Church Of Misery - Megalomania (Herbert Mullin)
Album: Master of Brutality
Japan 2003
Schwer krankes Teil! Die Japaner Church of Misery spielen tonnenschweren Doom mit starker 70er Kante (Black Sabbath of course...) und Krümelmonster-Gesang a la Bongzilla. Ähnlich wie die Extrem-Metaller von Macabre haben auch Church of Misery eine textliche Vorliebe für Serienmörder vom Schlage Ed Kemper oder John Wayne Gacy. Na ja, über Geschmack läßt sich ja bekanntlich vortrefflich streiten. Musikalisch machen sie auf jeden Fall keine Gefangenen und wurden auch produktionstechnisch vortrefflich in Szene gesetzt. So muß mit Herzblut gespielter, authentischer Doom klingen! Sehr gut gelungen ist übrigens auf das Cover von "Cities on Flame" (Blue Oyster Cult).
Überaus kurzweiliges Album, sollte man kennen! --daelek
13. Keep of Kalessin - A New Empire's Birth
Album: Kolossus
Norway 2008
Was "Keep of Kalessin" auf ihrem Vorgängermeisterwerk "Armada" bereits angedeutet haben, haben sie mit ihrem neuen Album und Meilenstein "Kolossus" nun endgültig vollbracht: Sie haben ihren einzigartigen, unverkennbaren Sound kreiert. Ihren epischen, brachialen und majestätischen Sound sucht man in der weiteren Musikwelt vergebens. Hat definitiv einen extrem hohen Wiedererkennungswert.
Auf ihrem mittlerweile vierten Studioalbum (plus einer E.P.) legen die Norweger den traditionellen nordischen Black Metal Sound fast völlig Ad acta, verzichten auf jegliche Traditionen und bescheren uns hiermit ihre persönliche Interpretation des Black bzw. Extreme Metals. Dennoch lassen die dichte und größtenteils sehr düstere Atmosphäre, die sich über das komplette Album über hinwegzieht unverkennbar auf die norwegische Herkunft schließen.
Wie gesagt die Hauptzutat im Sound von "Keep of Kalessin" ist immer noch der Black Metal. Gewürzt wird das ganze mit Death Metal, Thrash Metal und einer Prise traditionellen Heavy Metal. Das einmalige ist der grandios strukturierte Sound auf "Kolossus": Auf der einen Seite stehen beruhigende Akustikgitarren, sanfte Pianoklänge, dezente Keyboards, orientalische Klänge, wundervolle Melodien stellenweise auch sehr progressiv das Ganze. Während auf der anderen Seite wieder brutalstes Geknüppel (tödliche Blastbeats + mörderische Doublebass-Salven), messerscharfe Gitarrenriffs, pure Aggression dominieren. Das wirkt keinesfalls zusammenhanglos, sondern von Grund auf klar strukturiert und durchdacht.
Ich möchte auch keinen bestimmten Song herausheben, da "Kolossus" meiner Meinung nach von Anfang bis zum Ende durchgehend perfekt ist und ausschließlich herausragende, epische Hymnen enthält und nicht mal Ansatzweise irgendwelche Lückenfüller. Manche Feinheiten hört man erst nach dem mehrmaligen Genuss heraus, weshalb es fast unumgänglich ist dieses Meisterwerk dauerhaft rotieren zu lassen.
Drummer Vyl ist ein echtes Multitalent und braucht sich keinesfalls hinter seinen Landsmann Frost (Satyricon, 1349) zu verstecken. Größten Respekt gebührt auch Sänger Thebon, dessen Stimme wirklich höchst variabel ist. Die Gitarrensolis sind ebenfalls sensationell.
War "Armada" noch ein Jahrhundertwerk, so ist "Kolossus" jetzt definitiv ein Jahrtausendwerk, sozusagen ihr Meisterstück. Mir wird jetzt schon Angst und Bange, wenn ich dran denke was in Zukunft noch von "Keep of Kalessin" zu erwarten ist... Heißester Anwärter auf das Album des Jahres.
14. Die Apokalyptischen Reiter - Friede sei mit dir
Album: Riders on the Storm
Germany 2006
Unauffällig, aber konstant haben sich Die Apokalyptischen Reiter in den letzten Jahren zu einer der erfolgreichsten Extrem-Metal-Bands aus deutschen Landen gemausert. Den Jungs ist´s zu gönnen, denn kaum eine andere Combo gibt sich ähnlich bodenständig und fannah, und vor allem live entfachen die Reiter immer einen ordentlichen Spaß-Orkan mit Jux und Dollerei. Das Problem dabei: Von einigen Leuten wird die Band gerne als Fun-Truppe abgestempelt, bei der der musikalische Inhalt die zweite Geige spielt. Ob das der Grund für ein überraschend ernstes, stimmungsmäßig vielschichtiges Album ist, sei dahingestellt. Jedenfalls dürfte Riders On The Storm auch Leute überzeugen, die bisher nur wenig mit Fuchs & Co. anfangen konnten. Die stilistische Bandbreite reicht dabei von balladesken Teilen über sehr eingängige Hymnen bis zu extremem Geballer, an dem sogar die Härtesten der Harten Gefallen finden dürften. Ein großes Lob übrigens auch für die Produktion, die richtig fett ausgefallen ist und Riders On The Storm kompromisslos aus den Boxen krachen lässt. Ride on, guys! -- Boris Kaiser
15.Dog Fashion Disco - 100 Suicides
Album: Adultery
USA 2006
Dog Fashion Disco schafften es schon immer, einen gekonnten Stil- und Genremix in ihrer Musik zu verarbeiten - aber das, was sie mit diesem Album an den Tag legen, übertrifft meine kühnsten Erwartungen.
Eins vorneweg: Es handelt sich um ein Konzeptalbum, das beim Hören eine Handlung erzählt, die gut einem klassischen Film Noir entstammen könnte.
Alle Songs sind sehr unterschiedlich - und diesmal sind Blasinstrumente noch stärker als sonst vertreten. Matt Rippetoe beeindruckt mit virtuosem Spiel, das sich einem nie aufdrängt und immer wunderbar ins Gesamtbild passt. Todd Smiths Gesang ist sehr variabel und hat sich enorm gesteigert im Vergleich zu vorherigen Werken. Der Rest der Band ist ebenso auf hohem Niveau. Ein sehr gut gestztes Schlagzeug, catchige Gitarenmelodien und ein stimmungsvoller Bass - ein Wahnsinn, wozu eine Band ohne Geld fähig ist.
Natürlich drängt sich einem der Vergleich zu Mr.Bungle oder Faith No More auf - allerdings würde ich diese als Inspiration sehen, und nicht als Vorlage einer Kopie. Denn dieses Album erzeugt, meiner Meinung nach, einen ganz eigenen Sound, der nicht wirlich viel mit Mr. Bungle und Co zu tun hat. --Quelle: Amazon
16.Sacred Reich - Surf Nicaragua
Album: Surf Nicaragua
USA 1989
Sacred Reich verdichteten auf ihrer 1988er EP Surf Nicaragua alle Vorzüge, die das Debütalbum Ignorance (1987) zu bieten gehabt hatte, in vier hochprozentigen Riff-Infernos, die so intensiv und beeindruckend auf den Hörer einprasseln, dass man sich ernsthaft fragt, wie zur Hölle diese Platte schon so viele Jahre auf dem Buckel haben kann. Insbesondere die rasante, textlich wie musikalisch äußerst gelungene Gröl- und Groove-Hymne "Surf Nicaragua" und das phantastisch umgesetzte Black-Sabbath-Cover "War Pigs" sorgen für freudige Erregung im Hörzentrum und massiven Headbang-Alarm in den Nackenwirbeln. Zusätzlich zu den ursprünglichen Tracks enthält die CD noch live im Studio aufgenommene Versionen von "Death Squad" und "Ignorance" -- zwei der besten Tracks vom Longplayer --, die keine Fragen mehr offen lassen und Surf Nicaragua zu einem Tonträger machen, der sein Geld absolut wert ist. Wer´s trotzdem lieber erst mal mit ´nem vollständigen Album der Arizona-Thrasher versuchen will, kann sich an das bereits erwähnte Ignorance oder den famosen 1990er Longplayer The American Way halten, die in etwa dasselbe Niveau aufweisen wie diese EP. --Michael Rensen
17. Stam1na - Hammasratas
Album: Raja
Finland 2008
Mit ihrem sehr eigenwilligen von typischen finnische Melodien und der bekannten Melancholie durchzogenen Musik sind Stam1na auch bei ihrem dritten Album "Raja" noch sehr gewöhnungsbedürftig. Das war schon beim hier besprochenen Vorgängerwerk "Uudet Kymmenen Käskyä" so und hat auch mit der Tatsache zu tun, dass die Band nur finnisch singt! In dem 5 Millionen Seelen Land hat das für hohe Chartplatzierungen und sogar Hitsingles gesorgt. Das neue Album kam sogar auf Platz 1 der finnischen Charts! In Deutschland hat sich außer der Tour im Vorprogramm von Apocalyptica nicht viel getan, was aber auch bei der Gesangssprache und der Musikrichtung Thrash Metal nicht verwunderlich ist. Zu der Schublade Thrash Metal kann der hektische Gesang und viele Parts der Musik sicherlich gezählt werden, doch Stam1na sind kein richtiger Thrash! Alleine die im Eingangssatz erwähnte finnischen Melodien und die Melancholie ist weit vom typischen, wütenden und aggressiven Thrash entfernt. Gut gespielt, ordentlich produziert, aber doch auch teilweise ganz schön schräg und deshalb nicht immer gut zu verdauen. Deshalb erinnert mich das Ganze vom Prinzip an System Of A Down. Die sind auch total abgedreht und verinnerlichen verschiedene Sounds. Der finnische Cocktail zündet nicht immer und ist deshalb etwas schwierig zu benoten.
Stam1na sprechen tolerante Metalfans an die auf abgedrehte Musik stehen, inklusiver finnischer Note. Reinhören ist Pflicht! --THOR
18. ZZ Top - La Grange
Album: Tres Hombres
USA 1973
Alle frühen ZZ Top-Scheiben vom First Album bis Degüello sind Pflichtkäufe für alle Fans staubtrockenen Texas-Blues' und feinsten Bluesrocks!
Waitin' for the Bus/Jesus just left Chicago und Precious and Grace, das ist purer Blues wie er bluesiger nicht sein kann. Beer Drinkers, Move Me on down the Line und natürlich La Grange lassen es rockiger krachen, aber man hört auch bei diesen Stücken durch, dass Frank, Dusty und Billy den Blues mit der Muttermilch aufgesaugt haben. Hot, Blue ans Righteous ist schließlich eine Schmachtballade, wie sie nur die Tres Hombres aus Texas hinbekommen: sehr ruhig, sehr gefühlvoll und keineswegs kitschig.
Tres Hombres ist eine der besten Scheiben der 'lil ol' Band from Texas.
Neben denwirklich guten Stücken und dem instrumentellen Können, das über jeden zweifelerhaben ist, zeichnet sich Tres Hombres durch einen trockenen Sound aus. Statt Effekete, Overdubs, Echo, Hall oder Megasoli verstehen es ZZ Top auf Tres Hombres einmal mehr, mit einem trocken gespieltem Ton mehr auszudrücken als andere Musiker mit 50 Noten. Und der Verzicht auf künstliche Soundverbiegung wie Hall oder Echo unterstreicht das noch. --Quelle: Amazon
19. Tenacious D - Beezelboss (the final showdown)
Album: The Pick Of Destiny
USA 2008
Das wahnwitzigste Duo des rockigen Paralleluniversums ist zurück und fordert Heavy-Metal-Legenden, den Teufel und unsere Lachmuskeln zum musikalischen Kräftemessen heraus. Gewinnen kann natürlich nur "The Mighty D" - aber daran hat eh niemand ernsthaft gezweifelt...
Hollywood-Berühmtheit Jack Black (School Of Rock, High Fidelity, King Kong) und sein ebenfalls schauspielernder Headbanger-Zwilling Kyle Gass (Seinfeld, Friends) beweisen einmal mehr, dass die musikalischen Projekte von Filmstars nicht notwendigerweise peinliche Schaumschlägereien sein müssen. Auch auf ihrem zweiten Album überzeugen die beiden vollschlanken Kreativlinge wieder mit durchgehend großartigem Songwriting, vielen originellen Ideen, überaus soliden Gesängen und grenzdebilen Texten, die bei Menschen mit etwas derberem Humor unkontrollierte Lachkrämpfe auslösen können. Wenn Tenacious D mit Ronnie James Dio und Meat Loaf um die Wette posen, Satan auf der Nase herumtanzen oder mal wieder mit ihrem unwiderstehlichen Sex´n´Roll-Appeal die Welt erobern, bleibt kein Auge trocken und nicht zuletzt dank des furiosen Drummings von Dave Grohl (Foo Fighters) auch kein Nackenwirbel und Tanzbein unbewegt. -- Michael Rensen
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