09.09.2009
Hier die Playlist in gesendeter Reihenfolge. Unter der Playlist sind die Alben zu den jeweiligen Interpreten mit Kurzrezension zu finden. Wenn es die Zeit und vor allem die Muse zu lässt, schreibe ich mal die eine oder andere Rezession selbst.

01. Dimmu Borgir - Progenies of the Great Apocalypse
02. Septic Flesh - Lovecraft´s Death
03. Priestess - Lay Down
04. Satyricon - The Pentagram Burns
05. Odysseus & The Argonauts - Sternschutzstaffel
06. Lydia Laska - Black Metal Robot Club
07. Orphaned Land - Birth of the Three
08. Machinae Supremacy - Overworld
09. Devin Townsend - Life
10. The Dillinger Escape Plan with Mike Patton - Pig Latin
11. Trouble - The Sleeper
12. Slipknot - All Hope Is Gone

01. Dimmu Borgir - Progenies of the Great Apocalypse

Album: Death Cult Armageddon
Norway 2003

Dimmu Borgir treiben ihren ureigenen Black-Metal-Stil immer weiter auf die Spitze. Für Death Cult Armageddon arbeiteten sie mit einem 48-köpfigen Prager Orchester zusammen, spielten gleichzeitig aber auch einige ihrer härtesten und schnellsten Songs ein.

Während die zweite große Schwarzkittel-Kapelle Cradle Of Filth immer mehr wie ein unfreiwillig komisches Black-Metal-Musical klingt, haben sich die Norweger ihre Aggressivität und Rohheit nahezu ohne Reibungsverluste bewahrt. Death Cult Armageddon wird über weite Strecken von atemberaubendem Nick-Barker-Drumming und schneidenden, kompromisslosen Gitarren-Riffs dominiert. Zwischendurch flechtet man aber auch immer wieder geschickt orchestrale und vertrackte Parts ein, die dem Album eine enorme Vielseitigkeit verleihen.
Mit unterschiedlichen Gesangstechniken, sehr variablen Instrumentierungen und einem guten Händchen für anspruchsvolle, stets schlüssige Songstrukturen erschaffen Dimmu Borgir einen Soundtrack für einen imaginären Film. --Michael Rensen

02. Septic Flesh - Lovecraft´s Death
Album: Communion
Greece 2008

"Communion" ist ein Album für Entdecker, welches sich dem Hörer erst nach mehrmaligem Hören erschließt, ihn jedoch nicht verschrecken will. Zugegeben, einige Stellen klingen schon recht vertrackt und laufen Gefahr, durch eine zu starke technische Note an Seele zu verlieren. Andererseits gibt es auch sehr eingängige Parts, sowohl bei den direkten, brutalen Passagen, als auch in den melodischen Refrains.
Für die optimale Klangumsetzung wurde im Fredman gesorgt, dort wo auch schon "Sumerian Daemons" eingespielt wurde. Es ist schon beinahe überflüssig zu erwähnen, dass hier mal wieder hervorragende Arbeit geleistet wurde, sowohl bei den dominanten Gitarren und dem Schlagzeug, aber vor allem in Hinblick der Einbindung der Orchesterarrangements.

Der Hörer kann also von "Communion" einiges erwarten, Fans von SEPTIC FLESH werden begeistert sein, aber auch für Neulinge und Liebhaber von stilistischen Gratwanderungen ist "Communion" trotz seiner etwas kurzen Spielzeit ein Album für viele Stunden. --Quelle: Metal.de

03. Priestess - Lay Down
Album: Hello Master
Canada 2006

Priestess sind aus ihrem staubigen Keller in Montréal herausgekommen, um sowohl schweißtreibende Parties als auch vollgepackte Clubs zu beglücken und zu entfesseln. Eine Band für die die Rocker, Stoner, Loner und Nerds dieser Generation, dieser Dekade. Keine klischeehafte Masche, kein Rumgepose, keine heavy Mätzchen - sondern krachende, einprägsame Hooks: Priestess sind Teil einer wiederkehrenden Bewegung, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, den ROCK zurückzubringen. All jene finden ihr Glück in der unnachgiebigen Energie und den ansteckenden Riffs von "Hello Master" - ein Sound, der durchaus von heute ist, der allerdings gleichzeitig einer Zeit huldigt, in der Bands wie AC/DC, Black Sabbath und Led Zeppelin definierten, was es bedeutet, in einer Rockband zu sein. --Quelle: Amazon

04. Satyricon - The Pentagram Burns
Album: Now, Diabolical
Norway 2006

Von wegen "diabolical": Auf ihrem sechsten Album dröhnen die norwegischen Black-Metaller so erdig wie nie zuvor durch den dunklen Winterwald. Freunde derber Death´n´Roll-Kost wird es freuen. Volcano aus dem Jahr 2002 war ein Meisterwerk des düsteren, epischen Black Metal, ein zutiefst atmosphärisches Album voller Urgewalt und Erhabenheit. Im direkten Vergleich klingt Now, Diabolical deutlich bodenständiger, direkter und leichtfüßiger. Die typischen Schwarzmetall-Vibes sind zwar nach wie vor vorhanden, besitzen aber nicht mehr diese beängstigende Tiefenwirkung, die Volcano zu einem Genre-Klassiker machte. Stattdessen reduzieren sich Satyr und Frost ganz bewusst auf relativ simple Riffs und eine spartanische Instrumentierung ohne finstere Soundscapes. Während so mancher Satyricon-Fan einige Zeit brauchen wird, um sich an den neuen (und objektiv betrachtet guten) Sound zu gewöhnen, dürfen Freunde von Death´n´Roll-Kapellen wie Entombed jubeln, denn Satyricon liefern das Black-Metal-Pendant zu Scheiben wie Wolverine Blues ab. --Michael Rensen

05. Odysseus & The Argonauts - Sternschutzstaffel
Album: Nautic War King
Germany 2008

Wie mach ich das nun richtig ohne es falsch zu machen?! Ist das nun schon Heavy Metal oder noch Hard Rock? Sind Motörhead nun schon HM oder noch Hard Rock? Aber waren AC/DC nicht auch schon als HM verschrien? Immer diese Glaubensfragen... Odysseus & The Argonauts platzieren ihre Lederjacken jedenfalls schön gemütlich zwischen diesen beiden Stühlen und machen die Schubladenbeurteilung schwierig. Aber eine Schublade ist schon mal klar zum entern: "GUT!" ist es auf jeden Fall - egal wie man die musikalischen Ergüsse ...auch nennen mag. Die Tour-CD bietet sechs Songs mit fettem Groove, massiven Gitarren und kann durch Rockys Stimme mit einem wichtigen Zusatzpfund wuchern. Lemmy hat mal gesagt (kein Zitat, aber inhaltlich haut´s in diese Kerbe): "Die musikalische Bildung und Entwicklung findet zwischen 15 und 22 sttat. All die Bands, die man in diesen Jahren kennen und lieben lernt, werden deine Faves bleiben, du wirst sie gegen jeden Widerspruch verteidigen und auch keine neuen Bands mehr zulassen." Die Argonauten jedenfalls haben das Ohr am Rad der Geschichte und sind merklich von den alten Helden der NWOBHM wie Motörhead, Iron Maiden und Judas Priest beeinflusst. Sie führen deren Tradition konsequent weiter ohne peinlich oder deplatziert zu wirken und scheren sich einen Dreck um aktuelle Trends. Äußersten Respekt für die Platzierung des Genres "Heavy Rock" weit ab vom Prädikat "Dumpfbackenmusik"! Daumen hoch! --Quelle: Motoraver

06. Lydia Laska - love and penetration Club
Album: White Trash Attack
Norway 2006

Was kann man wohl zu dieser Band sagen?

Wieder einmal zeigt sich Norwegen von seiner etwas anderen Seite. Und man stellt schnell fest, mit Schubladen kommt man hier nicht weit. Die Wurzeln dieses Quartetts sind Unverwechselbar und finden sich bei "The Velvet Underground", "Stooges", "Sonic Youth" und Oldschool Black Metal wieder.

Harte Melodien und ein ansteckendes Songwriting machen die Ep "White Trash Attack" zudem was sie ist.

Eine Mischung aus Honig und Bienenstichen oder um es anders auszudrücken, wie "Dark Throne auf LSD". --Tobsucht

07. Orphaned Land - Birth of the Three
Album: Mabool - The Story Of The Three Sons Of Seven
Israel 2004

Israel ist nicht gerade für eine stark florierende Metalszene bekannt. Und dennoch gibt es einige Bands, die qualitativ klar zum oberen internationalen Szenedrittel gehören. Eine dieser Combos sind Orphaned Land, deren letztes offizielles Album El Norra Alila bereits acht Jahre zurückliegt. Mabool ist hoch anspruchsvoller Stoff, eine Mischung aus progressivem Metal, diversen Death-Metal-Parts und jüdischen sowie orientalischen Einflüssen. Dabei begeistern vor allem der streckenweise eingesetzte Frauengesang und die mächtigen Chöre, wohingegen die männlichen Vocals etwas abfallen. Zudem würde den Songs ein klein wenig mehr Eingängigkeit nicht schlecht tun, denn Hits im herkömmlichen Sinne gibt es auf Mabool leider keine.
Davon abgesehen sind diese 68 Minuten jedoch genau der richtige Stoff für alle Metaller, die es außergewöhnlich und abgefahren mögen. Sollte man mal ausprobieren! --Boris Kaiser

08. Machinae Supremacy - Overworld
Album: Overworld
Sweden 2007

Und hier wirft Schweden einen frechen Brocken modernen Metals aus der Heimat. Na ja, rauswerfen ist vielleicht der falsche Ausdruck. Vielmehr sind diese Jungs ausgezogen um zu zeigen, dass es neben ABBA noch weitere "softere" Acts aus dem kühlen Land gibt. Ähem.

Und dieser Act hört auf den Namen MACHINAE SUPREMACY. Die Jungs um Frontshouter Robert Stjärnström haben eine ganz eigene Art von zeitgemäßem Metal im Kopf. Irgendwo zwischen New Metal, etwas Emocore und Heavy Metal angesiedelt wagt die Combo einen außergewöhnlichen Spagat. Vielleicht würde Industrial Metal hier den Stil am ehesten beschreiben. Eins vorweg: Wer auf Soundeffekte und Töne von einem Commodore 64 steht, der sollte hier schön die Öhrchen spitzen. Denn solche Effekte werden hier mehr als genug eingebaut. Gut, sagen wir, dass sich die Sounds auch von einem Amiga 500 hätten erstellen lassen können. Wie sich das anhören könnte? Nun, gar nicht mal so schlecht. Denn das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf fetten Riffs und der sympathischen Stimme des Fronters. --Quelle: Metal.de

Gerade Songs wie "Radio Future“, "Overworld“, “D ark City”, “Violator” oder “Sid Icarus” bilden einen Querschnitt der musikalischen Ausrichtung und zeigen die typischen Fragmente und Elemente auf.

Eigentlich gibt es an dieser Stelle nicht wirklich viel mehr zu sagen. Stellt euch einfach die erwähnten Computer vor, deren Sounds mit Gitarren und Gesang zusammengemixt werden (für die Jüngeren: Diese Kisten sind die Ur-ur-ur-Großväter der Playstation und des Pentium). Heraus kommt MACHINAE SUPREMACY. Wird definitiv nicht jedem gefallen, was den Jungs vielleicht sogar bewusst ist. Ihre internationale Anerkennung spricht jedoch eine andere Sprache.

09. Devin Townsend - Life

Album: Ocean Machine
Canada 1997

Wer glaubt, Heavy Metal sei in den späten 90ern nicht mehr zeitgerecht, sollte unbedingt in diese CD des kanadischen Multitalents Devin Townsend reinhören. Der hyperaktive Vordenker der Industrial-Überschallknüppler Strapping Young Lad, dessen Stimme zu den besten des "Planet Rock" zählt, kreiert auf Ocean Machine eine ungemein vielfältige Science Fiction-Klangwelt, die sich in ihrer farbenprächtigen Multidimensionalität eigentlich gar nicht mit anderen Platten, sondern eher mit düster-futuristischen Filmen wie "Bladerunner" oder "Vernetzt" vergleichen läßt. Der Albumtitel sagt schon alles: Die intensiven, von kilometerbreiten Soundwänden gestützten Songs überrollen dich wie eine Flutwelle, und der Grundtenor der Scheibe ist zugleich unterkühlt technisch wie ein riesiger Maschinenpark und wohltuend wie ein Bad in der warmen Südsee. Die meisten Tracks könnte man am ehesten als bombastische Midtempo-Industrial-Metal-Seelentrips bezeichnen, doch letztlich muß vor unter die Haut gehenden Cyberspace-Eruptionen wie "Funeral", "Bastard" oder "Seventh Wave" jede profane Definitions-Worthülse verblassen. Wer wissen will, wie sich das Leben in 40, 50 Jahren anfühlen könnte, sollte mit Ocean Machine zur Zeitreise aufbrechen. Aber Achtung: Dieser Abstecher in die Zukunft kann süchtig machen! --Michael Rensen

10. The Dillinger Escape Plan with Mike Patton - Pig Latin
Album: Irony is a dead Scene
USA 2002

Also ich zähle mich schon seit längerer Zeit zu den Fans dieser unglaublichen Band und kann dennoch immer noch sagen wie sehr mich die Spielart,die Breaks und vor allem die unglaublichen Leistungen der Musiker auf songwritereischer und technischer Seite begeistern und immer wieder neu umhauen.

Nun zu dieser EP...musikalisch hat sich einiges getan,ein quantensprung ist allerdings nicht zu verzeichnen. Dennoch kriegt man hier einiges auf die Ohren...wahnwitzige Breaks,extreme Tempi Wechsel und gar Instrumente die man im Dillinger'schen Mikrokosmos bisher noch nich kannte(lasst euch überraschen)Und die abschließende Aphex Twin Covernummer "come to daddy" ist sogar (fast) für ungeschulte Ohren erträglich. Und nun der Gesang: Also es ist so...man sollte schon für den typischen Patton Gesang was übrig haben sonst könnte man etwas verschreckt reagieren,wer Pattons Bands Fantomas und Mr.Bungle kennt weiß ungefähr was gesangstechnisch auf ihn zukommt!Das ist aber erstaunlicherweise auch immer passend im Dillinger Kontext und beeindruckt! --Karsten Schmieder

11. Trouble - The Sleeper
Album: Manic Frustration
USA 1992

Wenn Led Zeppelin junge Musiker ausgebildet hätten, müßte dies ihr Sound sein. Solide Handarbeit mit einer Urgewalt, die es im gesetzteren Alter der Herren Page und Plant so nicht mehr geben kann.
Saubere Riffs, fetzig, durchdacht, schnell, manchmal brachial, aber auch gefühlvoll. Die Jungs sind gut zum Abhotten oder auch für Nächt mit dem Kopfhörer.

Auf alle Fälle sind sie laut am Besten! --Quelle: Amazon


12. Slipknot - All Hope Is Gone

Album: All Hope Is Gone
USA 2008

Ich hatte noch nie einen großen Bezug zu Slipknot gehabt, was zum einen an der Musik, am gepushten Image und zu anderen an den Fans lag. Ich habe mich schlichtweg zu Alt für diesen Hype gehalten. Aber Dank meiner besseren Hälfte, habe ich mir mal "All Hope Is Gone" zu Gemüte geführt und siehe da, es gefällt mir tatsächlich. Denn Menschen entwickeln sich weiter, und im Falle Slipknot bedeutet dies, dass einige der neun Musiker keine sonderliche Lust mehr auf den Psychopathen-Metal haben, mit dem die Band berühmt geworden ist. Es dominieren moderne Thrash/Death-Metal-Abrissbirnen wie "Sulfur", Hardcore-lastige Hymnen à la "All Hope Is Gone" und melodische Nummern wie "Snuff", die auch von Corey Taylors und Jim Roots Zweitband Stone Sour stammen könnten. Die stilistische Vielfalt und die auch ohne Rick Rubins Mithilfe grandiose Produktion machen All Hope Is Gone aber zu einer gutklassigen Platte. Falls die Band wie von vielen erwartet bald das Zeitliche segnen sollte, ist ihr auf jeden Fall ein würdiges Abschiedsalbum gelungen. --Michael Rensen & Tobsucht

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